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Anlageerfolg Auf die Vermögensstreuung kommt es an

Karl Stäcker, Sprecher der Geschäftsführung bei Frankfurt-Trust Asset Management
Karl Stäcker, Sprecher der Geschäftsführung bei Frankfurt-Trust Asset Management
Wer Geld investiert, muss immer Unsicherheit in Kauf nehmen. Experten können dabei helfen, mit diesem Risiko richtig umzugehen. Viele Anleger ziehen aber leider einen anderen Schluss. War die Aktienanlage noch in den 90er Jahren ein Thema für die Tagesschau, interessierte zuletzt nur noch, wo es die höchsten Zinsen für Festgeld gibt.

Die nervenaufreibende Berg- und Talfahrt der Aktienbörsen im den letzten Jahren hat sich als negative Erfahrung tief eingeprägt. Die meisten Anleger verzichteten in der Folge auf Aktien und verpassten so den fulminanten Börsenaufschwung der letzten Jahre. Aber die Unsicherheit der Zukunft ist keine Entschuldigung dafür, sich nicht auf sie vorzubereiten.

Niedrigzinsumfeld erfordert Umdenken

Anlageberater stehen damit vor einem Dilemma. Stellen sie sich auf die Risikoaversion ihrer Kunden ein und vermitteln nur noch vermeintliche sichere Anlagen, werden sie dem Vorsorgebedarf der von ihnen beratenen Anleger kaum gerecht. Denn bei den weiterhin extrem niedrigen Zinsen sind unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation weder ein Vermögenserhalt noch gar ein Vermögensaufbau möglich.

Im Gegenteil, das so angelegte Kapital wird mit der Zeit immer weniger. „Sicher“, das kann man auch ohne Glaskugel vorhersagen, ist dann vor allem der Kapitalverlust. Private Vermögensbildung ist aber vor dem Hintergrund eines längeren Lebensalters und der Senkung des Versorgungsniveaus in der gesetzlichen Rentenversicherung dringend notwendig. Insofern ist eine gute Anlageberatung heute noch viel wichtiger als in früheren Jahren.

Entscheidend für den Anlageerfolg sind nicht unbedingt richtige Börsenprognosen, sondern die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageformen (Asset Allocation), eine hohe Flexibilität und eine tägliche Beobachtung der Märkte. Eine gute Vermögensverwaltung bringt alle diese drei Aspekte unter einem Hut.

Zunehmend werden auch Vermögensverwaltungslösungen im Fondsmantel angeboten und treffen auf große Nachfrage. Besonders geeignet für die langfristige Vorsorge sind Fonds, die das Portfolio kontinuierlich an sich ändernde Marktgegebenheiten anpassen. Dies ist die Voraussetzung, um nicht nur langfristig, sondern auch auf mittlere Sicht überzeugende Erträge zu erzielen.

Steuerung der Aktienquote als Schlüssel zum Erfolg


Ein solches Fondskonzept basiert vor allem auf der flexiblen Steuerung der Aktienquote. Je nach Markteinschätzung muss der Aktienanteil angehoben oder gesenkt werden. Diese Flexibilität hilft vor allem in Phasen, in denen Aktien starke Wertverluste erleiden und das Vermögen in anderen Anlageformen besser aufgehoben ist.

Umgekehrt kommt es bei der Asset Allocation auch darauf an, am Ende einer Verlustphase an den Börsen die Investitionsquote schnell wieder hochzufahren. Besonders wichtig ist, die in den Anlagerichtlinien des Fonds vorgesehene Bandbreite auch auszunutzen, also in steigenden Märkten möglichst voll investiert zu sein und in fallenden sich so defensiv wie möglich auszurichten.

Der zweite Grundpfeiler der Investmentstrategie ist die Auswahl attraktiver Einzeltitel. Hierbei hat sich ein nachhaltiger Value-Ansatz sehr bewährt. Das heißt: Günstige Aktien müssen auch immer ein Mindestmaß an Qualität aufweisen. Umgekehrt dürfen Aktien mit sehr hoher Qualität nicht überteuert sein.

Mit einer flexiblen Steuerung der Aktienquote und der wertorientierten Auswahl der Einzeltitel ist es etwa dem BHF Flexible Allocation FT auch in den letzten Jahren gelungen, sein Portfolio ohne große Rückschläge durch heftige Börsenturbulenzen zu steuern und gleichzeitig eine sehr attraktive Rendite zu erzielen.
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