Laut Zahlen der Deutschen Bundesbank parken die Deutschen ihr Geld auf dem traditionellen Girokonto. (Foto: Dontworry, Wikimedia)

Laut Zahlen der Deutschen Bundesbank parken die Deutschen ihr Geld auf dem traditionellen Girokonto. (Foto: Dontworry, Wikimedia)

Anlagemöglichkeiten

„Die meisten Anleger fürchten sich vor unkalkulierbaren Kursschwankungen“

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Vor einigen Wochen hatte die Deutsche Bundesbank eine gute Nachricht für die Bundesbürger parat: Die Deutschen sind nach Berechnungen des Instituts im Vorjahr reicher geworden. Genau genommen sind sie sogar so reich wie niemals zuvor. Nach den Zahlen der Bundesbank wuchs das Geldvermögen der privaten Haushalte etwa in Form von Bargeld, Wertpapieren und Bankeinlagen per Ende 2013 auf den historischen Höchstwert von 5,15 Billionen Euro.

Ein Plus von rund 79 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent gegenüber dem Wert des Vorquartals, das in erster Linie zustande gekommen ist, weil die Kurse an den weltweiten Aktienmärken im vergangenen Jahr stark gestiegen sind.

Sparer gehen auf Nummer sicher

Doch bei genauem Hinsehen haben die Zahlen einen faden Beigeschmack. Denn tatsächlich profitiert nur ein verschwindend geringer Teil der Sparer von diesem erfreulichen Wertzuwachs. Nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) hat nicht einmal jeder siebte Deutsche Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert. Schlimmer noch: Trotz der Rekordstände von Dax, Dow Jones & Co. sank der DAI-Jahresstatistik zufolge sogar Ende 2013 die Zahl der Privatanleger, die auf Dividendentitel setzen, um rund 600.000.

Stattdessen legen die Deutschen nach Zahlen der Bundesbank immer mehr Geld bei Banken auf Tages- und Festgeldkonten an oder parken es auf dem traditionellen Girokonto. Dort bringt es zwar so gut wie keine Zinsen, ist aber täglich verfügbar und vermeintlich geschützt vor Verlusten.

Realer Vermögensverlust künftig über 21 Milliarden Euro?

Die Deutschen gelten als konservative und sicherheitsorientierte Anleger, die eingetretene Pfade bei der Geldanlage nur selten verlassen. Diese Sicherheit kommt Sparer teuer zu stehen. Nach Berechnungen der Postbank haben die Spareinlagen allein der Deutschen aufgrund der extrem niedrigen Zinsen 2013 rund 14 Milliarden Euro an Wert verloren, weil die laufenden Preissteigerungen über den nominellen Zinsgewinnen lagen.

Die Folge: Real gesehen ist die Kaufkraft des angelegten Vermögens gesunken, und es steht zu befürchten, dass noch weitere Verluste hinzukommen. Denn Anfang Juni hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf den neuen Rekordtiefstand von 0,15 Prozent gesenkt. Der reale Vermögensverlust könnte somit im laufenden Jahr noch höher ausfallen als die von der Postbankstudie geschätzten 21 Milliarden Euro.

Denn viele Anleger parken weiterhin Liquidität auf Giro- und Tagesgeldkonten, anstatt die guten Anlagechancen an den Aktienmärkten zu nutzen – meist, weil sie die unkalkulierbaren Kursschwankungen fürchten. Gefragt sind daher Investmentkonzepte, die die Aussicht auf stabile Renditen bieten – am liebsten ganz ohne oder zumindest mit nur geringem Kursrisiko. Nicht nur Profis, sondern zunehmend auch Privatleger suchen nach neuen Wegen in der Geldanlage und setzen verstärkt auf Mischfonds, vermögensverwaltende Anlagekonzepte und Absolute-Return-Fonds.

Niedrige Renditeniveaus: Absolute Return im Fokus

Letztere versprechen Anlegern positive Renditen in jeder Marktlage, ohne dabei zu hohe Risiken einzugehen. Gerade diese Kombination macht den Absolute-Return-Gedanken so interessant. „Die Notenbanken in den entwickelten Volkswirtschaften haben in Reaktion auf die Finanz- und Schuldenkrise die Renditeniveaus zeitweise auf historische Tiefstände gedrückt. Dazu kommt ein weltweit eher geringes Wirtschaftswachstum“, sagt Christian Michel, Direktor beim Fondsanalysehaus Feri. „In diesem Umfeld rücken Absolute-Return-Strategien mehr und mehr in den Fokus, weil viele Investoren ihre Renditeanforderungen über den klassischen Rentenmarkt nicht mehr erfüllen können.“

Zwar erfüllen auch Absolute-Return-Fonds nicht den Traum eines jeden Anlegers von überdurchschnittlichen Renditen ganz ohne Risiko, aber der Investmentansatz bietet die Aussicht auf höhere Erträge, als es sie beim Festgeld oder sicheren Anleihen gibt. Dazu beteiligt sich der Anleger an einem gemanagten Anlageprodukt, bei dem ein Profi an den Finanzmärkten nach lukrativen Anlagemöglichkeiten sucht – so weiß er sein angelegtes Geld in vergleichsweise sicheren Händen. Genau das richtige Angebot für vorsichtige und von der Finanzkrise verunsicherte Investoren.

Wie dieses gemanagte Anlageprodukt konkret aussieht, lesen Sie im nächsten Teil dieser Reihe.

Der vorliegende Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe des Added Value, dem Tabletmagazin von Standard Life Investments. 

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