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Geschäftsführer Marco Herrmann leitet die Anlagestrategie bei der Münchner Vermögensverwaltugn Fiduka.

Anlagestratege Marco Herrmann „Wachstum in Europa wird alles andere als rosig“

Der Abverkauf an den internationalen Aktienmärkten ist im vierten Quartal 2018 dramatisch verlaufen – das gilt vor allem für den Dezember. Hauptgrund waren die Sorgen um die weltweite Konjunktur, die durch Handelskriege, einen ungeordneten Brexit oder eine Bruchlandung des chinesischen Wirtschaftswachstums ausgebremst werden könnte. Das würde selbstverständlich auch bei den Unternehmen Spuren hinterlassen. Damit stellt sich die zentrale Frage, wie es um deren Gewinne bestellt ist.

Am besten schneiden derzeit die US-amerikanischen Unternehmen ab. In den vergangenen Wochen haben bereits 82 Prozent der 500 US-Unternehmen, die der S&P 500 umfasst, über die Ergebnisse des vierten Quartals 2018 berichtet. Rund 60 Prozent von ihnen haben die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Auf Index-Ebene ist der Gewinn pro Aktie damit um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – den Steuersenkungen sei Dank.

Diese Entwicklung ist durchaus beindruckend, sie verlief aber auch schon besser. Im dritten Quartal lagen die Gewinne je Aktie noch um 27 Prozent über dem Vorjahresniveau und rund 70 Prozent der Unternehmen hatten positiv überrascht.

Zurückhaltende Ausblicke in den USA

Vor dem Hintergrund der genannten wirtschaftlichen Risiken haben die meisten Unternehmenschefs jetzt nur vorsichtige Prognosen abgegeben. Daraufhin haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr gesenkt. Von den ursprünglich erwarteten Gewinnsteigerungen um elf Prozent sind nur noch knapp fünf Prozent übriggeblieben.

Vielleicht haben die Vorstände bewusst eine vorsichtigere Guidance ausgegeben, um am Ende doch noch positiv überraschen zu können, falls sich die Handelsstreitigkeiten der USA vor allem mit China und der EU bald auflösen sollten.

Der alte Kontinent fährt hinterher

In Europa sieht es bei den Gewinnen weit weniger gut aus. Allerdings haben erst rund 40 Prozent der Unternehmen die Q4-Ergebnisse veröffentlicht. Von diesen konnten lediglich 46 Prozent die vielfach bereits gesenkten Erwartungen übertreffen.

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