Eine Überhitzung könnte der Fed wenig Spielraum lassen

Risikofaktor „keine Landung“: Letztes Jahr war man sich einig, dass der US-Wirtschaft eine weiche Landung gelingt. Aber jetzt hält man auch etwas anderes für möglich – ein wieder höheres Wachstum ohne vorausgehenden Abschwung. Je mehr Einzelheiten von Trumps Wirtschaftspolitik bekannt werden, desto wahrscheinlicher wird das, gelten Trumps Pläne doch allgemein als wachstumsfreundlich. Wenn es aber so kommt, droht eine Überhitzung. Die Inflation könnte wieder steigen, die Fed müsste die Zinsen erneut anheben.

Selbsttragende Wachstumserwartungen: Ein stabiler Arbeitsmarkt, höhere Produktivität und hoher Konsum machen es wahrscheinlicher, dass ein echter Abschwung ausbleibt. Der Arbeitsmarkt bleibt stabil, die Beschäftigung steigt weiter, und die Arbeitslosigkeit liegt nur wenig über ihrem Allzeittief. Die Produktivität, gemessen als Wertschöpfung je Mitarbeiter, ist seit 2020 deutlich gestiegen, einerseits durch die Gründung neuer Unternehmen, andererseits durch den Einsatz neuer Technologien. Das hat die Löhne und den Lebensstandard vieler Amerikaner steigen lassen. Außerdem sorgen die gute Arbeitsmarktlage und die höheren Löhne für mehr Konsum. Letztlich entstehen positive Rückkopplungseffekte. Durch den starken Beschäftigungsanstieg wächst die gesamtwirtschaftliche Produktivität, sodass der Konsum weiter zunimmt und die Wirtschaft noch stärker wächst – und schließlich noch mehr Stellen geschaffen werden. Dann beginnt der Zyklus von vorn. Allerdings steigen die Inflationsrisiken.

Risiko der Überhitzung, mit Auswirkungen auf die Geldpolitik: Wenn die Wirtschaft weiter kräftig wächst und die Inflation auch künftig über ihrem Zielwert liegt, dürfte die Fed noch länger bei einer eher restriktiven Geldpolitik bleiben. Ein überraschend starkes Wachstum bei moderater Inflation kann aber die Unternehmensgewinne steigen lassen und die Anlegerstimmung verbessern – mit der Folge steigender Wertpapierkurse. Rechnet man hingegen mit dauerhaft hohen Leitzinsen, geraten die Löhne unter Druck und die Kapitalkosten können steigen, was wiederum nicht ohne Folgen für die Preise von Wohn- und Gewerbeimmobilien bliebe. Auch würden die Langfristrenditen tendenziell zulegen – was ohnehin schon der Fall ist, obwohl die Fed ihren Leitzins gesenkt hat. Durch „keine Landung“ könnte die Risikobereitschaft der Anleger zunehmen. Das Risiko einer Überhitzung darf man aber nicht ignorieren, hätte es doch eine höhere Inflation und vielleicht auch niedrigere reale Anlageerträge zur Folge. Das Szenario bietet zwar die Aussicht auf Kursgewinne, geht aber mit Risiken einher, die Anleger genau im Blick behalten müssen.

Fazit

  • Achten Sie bei den Magnificent Seven auf Qualitäts- und Bewertungsunterschiede – und unterschiedliche Geschäftsaussichten.
  • Bedenken Sie, dass auf Zeiten extremer Marktkonzentration oft eine Normalisierung folgt.