Anleger-Ampel: Globales Wachstum schwächelt
Aufgrund der unsicheren Lage haben wir das schon niedrige Aktienexposure in unseren Portfolios noch weiter reduziert: Unsere gesamte Aktienquote liegt bei nur noch 2 bis 4 Prozent. Bei Aktien sind allenfalls selektive Engagements in „Food & Beverage“ („Essen und Trinken“) sowie in die kleinen Schwellenländer Indonesien und Thailand noch empfehlenswert. Staats- und Unternehmensanleihen bieten weiterhin ein gutes Rendite-Risiko-Verhältnis und bilden derzeit den Schwerpunkt in unserem Portfolio.
Ebenfalls in unserem Portfolio enthalten sind Gold, inflationsgeschützte Anleihen sowie Staatsanleihen aus den Emerging Markets (EM). Was den Goldpreis anbelangt, so reagiert dieser eher auf die ungelöste Verschuldung und weniger auf Inflationserwartungen.
Jetzt auf eine Trendwende zu setzen, wäre aus unserer Sicht zu früh, was sich in dem nach wie vor negativen Risikostatus (rot) der Assetklasse widerspiegelt. Erst ein signifikanter Aufschwung der Konjunktur, etwa in den Schwellenländern oder ein neues QE3-Programm, würden einen Wiedereinstieg in Risiko-Assets empfehlenswert machen.

Tabelle vergrößern
Zur Anleger-Ampel
Um rechtzeitig aus riskanten Assetklassen auszusteigen oder
den frühzeitigen Einstieg zu finden, messen wir im Multi-Asset-Portfoliomanagement die absolute und relative Kursbewegung sowie die Korrelation von mehr als 100 verschiedenen Anlageklassen zueinander. Mit Hilfe dieses Barometers entsteht ein aussagekräftiges Frühwarn- bzw. Risikosystem. Wie bei einer Ampel werden zu meidende Assetklassen rot dargestellt. Anlagegruppen, die sich für ein Investment empfehlen, sind grün markiert, gelbe Positionen stehen unter Beobachtung.Hintergrund
Jens Kummer (Foto) ist Head of Multi Asset der SEB Asset Management. Der Asset-Indikator stellt einen Auszug aus dem eigens entwickelten Multi Asset Total Return-Modell dar, auf dessen Basis seit 2008 der Investmentprozess der SEB Multi Asset-Fonds gesteuert wird.
Meistgelesen
Top-News
