Anleger-Ampel: Schwellenländer werden attraktiver

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Die brasilianische Notenbank schraubte den Leitzins seit Jahresbeginn auf aktuell 12,5 Prozent hoch. Und auch in China wurde der Schlüsselzins seit Ende 2010 bereits fünfmal – auf aktuell 6,56 Prozent – angehoben.

Dadurch entwickeln sich die Aktienmärkte der Emerging Markets seit November 2010 schlechter als die der Industrienationen. Inzwischen hat der Inflationsdruck in den Schwellenländern aber deutlich abgenommen, während sich die Notenbanken im fortgeschrittenen Stadium des Zinserhöhungszyklus befinden. Dadurch kann die Underperformance aufgeholt werden. Um von dieser Entwicklung zu profitieren, empfiehlt sich ein langsamer Aufbau von Emerging-Markets-Positionen im Portfolio, worauf die inzwischen gelbe Ampel hindeutet.

Was als Schuldenkrise einzelner Länder begann, hat sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die Stabilität des gesamten Euroraums entwickelt. Noch gibt es keinen langfristigen Ordnungsrahmen für die Währungsunion. Die Risiken, insbesondere für Anleihe-Investoren der Peripherieländer (Italien, Spanien, Portugal …), sind nach wie vor hoch. Jetzt auf eine Trendwende zu setzten wäre zu früh, was sich in dem nach wie vor negativen Risikostatus (rot) der Assetklasse widerspiegelt.



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Zur Anleger-Ampel

Um rechtzeitig aus riskanten Assetklassen auszusteigen oder den frühzeitigen Einstieg zu finden, messen wir im Multi Asset-Portfoliomanagement die absolute und relative Kursbewegung sowie die Korrelation von mehr als 100 verschiedenen Anlageklassen zueinander. Mit Hilfe dieses Barometers entsteht ein aussagekräftiges Frühwarn- bzw. Risikosystem. Wie bei einer Ampel werden zu meidende Assetklassen rot dargestellt. Anlagegruppen, die sich für ein Investment empfehlen, sind grün markiert, gelbe Positionen stehen unter Beobachtung.

Hintergrund

Jens Kummer ist Head of Multi Asset der SEB Asset Management. Der Asset-Indikator stellt einen Auszug aus dem eigens entwickelten Multi Asset Total Return-Modell dar, auf dessen Basis seit 2008 der Investmentprozess der SEB Multi Asset-Fonds gesteuert wird.

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