„Anleger direkt auf die Börsenlage ansprechen“

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DAS INVESTMENT: Herr Bauer, wie läuft das Geschäft zurzeit?
Guido Bauer: Wir sind eigentlich ganz zufrieden. Es gibt aber nicht das von einigen erwartete Riesen-Jahresendgeschäft, dafür ist die Börsenlage zu schlecht.

Spielt die nahende Abgeltungssteuer denn überhaupt eine Rolle für Sie?
Bauer: Ja, eine sehr wichtige. Wir haben bereits im November 2007 begonnen, unsere Kunden zu informieren. Derzeit wenden sich zahlreiche Neukunden an uns, um sich langfristig aufzustellen.

Wie schaffen Sie es, Kunden zu überzeugen, jetzt in Aktien zu investieren?
Bauer: Wir gehen sehr offensiv mit der Börsenlage um, wir reden nichts schön, sondern sprechen die Anleger direkt auf die Situation an. Es ist allerdings durchaus schwer, ihnen die Chancen klarzu- machen.

Wie bereiten Sie die Kundendepots auf die Abgeltungssteuer vor?
Bauer: Für Sparpläne richten wir zurzeit Zweitkonten ein, damit nicht eventuell frühzeitig Altanteile mit Bestandsschutz verkauft werden müssen. Ansonsten stellen wir jeden Fonds in den Depots auf den Prüfstand und empfehlen nur Produkte, deren Manager langfristig ihr Können bewiesen haben. Wir bevorzugen breit anlegende Fonds. Das können Misch- oder Dachfonds, aber auch reine Aktienfonds sein. Branchenfonds hingegen entfernen wir eher aus den Depots.

Viele Fondsberater verpacken ihre Strategie in einem eigenen Dachfonds. Wann kommt Ihrer?
Bauer: Gar nicht. Viele der neuen Dachfonds wird es in zwei bis drei Jahren nicht mehr geben, das Volumen ist zu gering. Bis Jahresende sollten mindestens 15 bis 20 Millionen Euro in den Fonds sein, mit Perspektive auf mehr.

Apropos Perspektive. Machen Sie ab 2009 Dauerurlaub?
Bauer: Sicher nicht. Auch 2009 werden Manager Boni erhalten und Unternehmer Gewinne machen. Dieses Geld will angelegt werden. Daher gehen wir nicht von einem Knick aus.

Das Gespräch führte Sabine Groth.

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