Dirk Altoff, Cortal Consors

Dirk Altoff, Cortal Consors

„Anleger haben kein Interesse an Honorarberatung“

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DAS INVESTMENT.com: Cortal Consors hat unter 30.000 Kunden der hauseigenen Vermögensberatung zum Interesse nach Honorarberatung gefragt. Wie ist das Ergebnis? Dirk Althoff: Sehr ernüchternd. Anleger haben an Honorarberatung kein Interesse. Wir haben verschiedene Modelle durchgespielt und angeboten, von der Minimalvariante, 5 Euro monatlich, aber dafür auch nur eine Transaktion im Monat, bis hin zu dem großen Wohlfühlpaket mit allem drum und dran für rund 100 Euro im Monat. Wir halten Honorarberatung nach wie vor für ein spannendes Thema, aber nun liegt die Sache erst mal auf Eis: Kein Interesse. DAS INVESTMENT.com: Mit welchen Begründungen wurden die Modelle abgelehnt? Althoff: Die Modelle fanden Anleger gut, aber die Mindestsummen waren ihnen zu teuer. Wer in den Urlaub fährt, will währenddessen nicht für Finanzberatung zahlen. Das war der breite Tenor der Ablehnung. DAS INVESTMENT.com: Aber Telefon- und Internet-Flatrates haben sich auch durchgesetzt. Althoff: Das ist richtig. Bei der Finanzberatung scheint der deutsche Markt aber noch nicht so weit zu sein. Dabei ist gerade Honorarberatung ein durchaus vertrauenbildendes Element, aber es soll wohl nicht sein. DAS INVESTMENT.com: Es mangelt zudem noch sehr stark an dem Willen sich über Finanzthemen informieren zu wollen. Eine Autowerkstatt mit Flatrate hätte sicher gute Chancen. Althoff: Das ist sicherlich richtig, aber leider auch kein neues Phänomen. Viele Anleger wollen sich nicht mit ihren Finanzen beschäftigen. Man kann Banken und Fondsgesellschaften ja nicht vorwerfen, sie hätten im vergangenen Jahr nicht genug um die Gunst der Anleger wegen der Abgeltungssteuer geworben. DAS INVESTMENT.com: Nicht zufrieden mit der Resonanz? Althoff: Doch, aber ich habe das Gefühl es wird sich nicht nachhaltig mit dem Thema Finanzplanung auseinander gesetzt. Wissen Sie, wann es bei uns im vergangenen Jahr richtig rund ging? DAS INVESTMENT.com: Kurz vor Silvester. Althoff: Genau. Am 30. Dezember. Normalerweise wollen täglich 3.000 Kunden und Interessenten unser Call Center erreichen. An dem Tag waren es 33.000, elfmal so viele. Vielen Fondsanlegern konnten wir nicht wirklich helfen, ein Kauf braucht ja ein paar Tage. Das ist bedauerlich und zeigt, wie unzureichend sich stellenweise informiert wurde.

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