Vermögensverwalter warnt „Anleger sollten ihre Depots defensiver ausrichten“
Auch in den USA bestehen weiterhin erhebliche Risiken für die Finanzmärkte. Denn hier haben sich die Republikaner und Demokraten nur bis zum Jahresende auf eine Finanzierung des Staatshaushalts geeinigt. Der Streit über die sonst übliche Anhebung der Schuldenobergrenze könnte schon im Dezember wieder aufflammen.
Ende der Anleihenkäufe
Die wahrscheinlich größte Gefahr geht von dem Trio steigende Inflation, höhere Zinsen und eine weniger expansive Geldpolitik der amerikanischen Notenbank FED aus. In den USA haben sich die Verbraucherpreise im September um 5,4 Prozent verteuert. Die Gründe sind bekannt: steigende Energiepreise (plus 245,8 Prozent im Jahresvergleich!) und unterbrochene Lieferketten.
In den USA rentieren zehnjährige Staatsanleihen immerhin schon wieder mit 1,6 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat die FED bereits ziemlich klar angedeutet, ihre umfangreichen Anleihekäufe bis Mitte des kommenden Jahres einstellen zu wollen. Nach dem letzten FED-Protokoll könnte der Einstieg in den Ausstieg schon Mitte November oder Mitte Dezember beginnen. Die Zeiten der massenhaften Liquidität wären damit erst einmal vorbei.
Sicherlich müssen sich nicht alle der genannten Risiken tatsächlich bewahrheiten, doch die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten dürfte mindestens unruhiger verlaufen. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger vermehrt die Value-Aktien in den Blick nehmen. Außerdem bietet eine vernünftige Barmittelquote die Möglichkeit, Korrekturen zu nutzen. Und schließlich kann Gold – das bisher zu wenig vom Inflationsszenario profitiert hat – als bewährter Risikoschutz im Depot nicht schaden.
Über den Autor: Thomas Buckard ist Gründungsmitglied und Vorstand des vor knapp 21 Jahren gegründeten Finanzdienstleisters Michael Pintarelli (MPF AG) aus Wuppertal.
