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Eine dynamische Strategie für die Asset-Allokation

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Eine dynamische Strategie für die Asset-Allokation

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Lesedauer: 5 Minuten
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Portfoliopositionierung Anleger sollten sich auf verschiedene Inflationsszenarien einstellen

Kupfermine in New Mexico, USA
Kupfermine in New Mexico, USA: Investments in Rohstoffe bieten mit den besten Inflationsschutz sämtlicher Anlageklassen überhaupt. ((IMAGO / StockTrek Images / imago 0072620162)) | Foto: imago images / StockTrek Images
Steve A. Rodosky, Portfoliomanager

Unser kurzfristiger Ausblick geht davon aus: Die Inflationsrate wird für eine befristete Zeit steigen. Grund hierfür ist ein höheres Preisniveau im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie. Tatsächlich legte der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im April um fast 1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu und übertraf damit selbst die kühnsten Prognosen, zumal der Anstieg für die Kernrate normalerweise nicht so deutlich ausfällt.

Ob der CPI nach dem Abklingen dieser Basiseffekte in der zweiten Jahreshälfte wieder zum (langfristigen) Trend zurückkehren wird, bleibt abzuwarten. Viele Prognosen von der Wall Street, der Federal Reserve und aus der Biden-Administration gehen davon aus, dass genau das eintreten wird.

Lorenzo Pagani, Anleihespezialist

Im April unternahm das Weiße Haus einen ungewöhnlichen Schritt und veröffentlichte einen Blog-Beitrag, um die Sorgen der Öffentlichkeit hinsichtlich des Inflationsdrucks zu zerstreuen. Demnach erwartet das Weiße Haus, dass die Inflationsrate in den nächsten Monaten steigen wird; aufgrund von vorübergehenden Einflüssen wie Basiseffekte, Unterbrechungen der Wertschöpfungskette und ein genereller Nachholbedarf. Nach Abebben dieser Einflüsse würde die Inflation wieder zurückgehen.

Die US-Notenbank hat wiederholt signalisiert, dass sie einem kurzfristigen Anstieg keine allzu große Bedeutung schenken werde. Stattdessen konzentriere sie sich auf die Frage, ob die Inflationsrate dauerhaft über der 2-Prozent-Marke liegen wird – gemessen am Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), einem Konjunkturindikator, der tendenziell etwas niedriger als der CPI ausfällt. Erst dann, wenn der PCE längere Zeit über der 2-Prozent-Marke notiere, stünde eine Straffung der Geldpolitik auf der Agenda.

Der kurzfristige Ausblick mag sich zunehmend deutlicher abzeichnen. Doch es besteht erhebliche Unsicherheit, was die längerfristigen Inflationstendenzen angeht. Wir erwarten zwar, dass in den kommenden zehn Jahren eine höhere Inflation zu beobachten sein wird als in der zurückliegenden Dekade. Allerdings haben die Kosten für die Absicherung gegen diesen erwarteten Anstieg – die marktbasierten Inflationserwartungen – derzeit gerade einmal die Zielmarken für die Teuerung erreicht. Wir denken, die Break-even-Inflationsraten werden über kurz oder lang das neue Paradigma der Fed widerspiegeln, und zwar in dem Maß, wie sich die Wirtschaft erholt.

Mögliche Treiber einer höheren Inflation

In den USA hat Präsident Joe Biden massive Ausgaben- und Investitionspläne vorgelegt. Wir erleben dadurch einen der seltenen Fälle, wo eine ausgabenfreudige Fiskalpolitik auf eine lockere Geldpolitik trifft. Das hat Inflationsängste geschürt. Anders als bei früheren Schocks war die wirtschaftliche Schwächeperiode nicht auf eine übermäßige Verschuldung innerhalb des Systems zurückzuführen. Vielmehr sind die Bilanzen der privaten Haushalte, der Unternehmen und des Finanzsektors viel gesünder als in früheren Zeiten nach einer Rezession.

Längerfristig bleibt der Preisdruck auf Rohstoffe und Lieferketten bestehen. Das schließt die Möglichkeit ein, dass Unternehmen größere Teile der Produktion an inländische Standorte verlagern könnten. Darüber hinaus ist der neue geldpolitische Rahmen der Fed nicht mehr präventiver Natur. Das bedeutet, die Verantwortlichen könnten die Inflation eine Weile über dem Zielwert laufen lassen, um das Unterschreiten der Schwelle in der Vergangenheit zu kompensieren.

Anleger haben eine längere Ära moderater Inflation erlebt. Ihre Portfolios sind deshalb unter Umständen selbst auf relativ bescheidene Veränderungen der Inflation als auch der Inflationserwartungen nicht ausreichend vorbereitet. Es lohnt sich deshalb, den Zustand der verschiedenen Märkte genauer zu analysieren, wenn man sich gegen Inflation absichern möchte.

Globale inflationsgebundene Anleihen

Die Pandemie hat die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen. Verschiedene Länder und Weltregionen durchlebten den wirtschaftlichen Abschwung und die Erholung jedoch in unterschiedlichem Tempo.

In Europa erwarten wir eine Normalisierung des BIP auf das Niveau vor der Pandemie im Jahr 2022, wobei die Inflation niedrig bleiben und in den nächsten zwölf bis 18 Monaten allmählich ansteigen dürfte. Blicken wir fünf Jahre in die Zukunft, so zeigt die (implizite) Break-even-Rate: Die Märkte erwarten, dass die durchschnittliche Inflation zwischen 2026 und 2031 etwa 60 Basispunkte unterhalb des Ziels der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent liegen dürfte.

Auf dem aktuellen Niveau bieten inflationsgebundene Anleihen (ILBs) unserer Meinung nach eine relativ kostengünstige Absicherung gegen höhere Inflationsraten. Diese Art der Absicherung könnte jedoch kostentreibender werden, sobald es wieder mehr Anzeichen für Inflation gibt.

Inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS)

Fortschritte bei den Impfungen und die Öffnung vieler Bereiche der Wirtschaft sollten den USA helfen, die konjunkturelle Erholung rasch in die Wege zu leiten. Da die Fed aktiv versucht, die Inflation anzuheizen, fällt die Fünf-Jahres-Break-even-Inflationsrate höher aus. Allerdings liegt die auf Sicht von fünf Jahren prognostizierte Inflationsrate derzeit nur bei 2,3 Prozent und damit leicht über dem Ziel der Fed.

Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) unterscheiden sich von herkömmlichen US-Anleihen dadurch, dass der Nennwert über die Laufzeit der Anleihe angepasst wird, um Änderungen des CPI auszugleichen. Die Spezifika und Eigenheiten der CPI-Messung sind häufig Gegenstand einer kritischen Debatte. Es geht dabei um Reporting-Probleme, die Rolle des Internets für die CPI-Messung, aber auch um die Frage, inwiefern sogenannte hedonische Anpassungen des Preisindex notwendig sein könnten: Ob also ein Produkt oder eine Dienstleistung nach intrinsischen und extrinsischen Werten beurteilt wird. Wir gehen davon aus, dass Anleger häufig davon profitieren, wenn sie TIPS mit anderen Vermögenswerten kombinieren, weil das eine bessere Inflationsabsicherung bieten kann.

Rohstoffe und Währungen

Die Preise für Rohstoffe wie Weizen, Gold und Öl korrelieren in der Regel stark mit der Inflation. Wenn deren Preise steigen, ziehen im Allgemeinen auch die Kosten für Waren und Dienstleistungen an. Folglich bieten Investments in Rohstoffe mit den besten Inflationsschutz sämtlicher Anlageklassen überhaupt, obwohl Rohstoffpreise natürlich auch schwankungsanfällig sein können.

Eine Diversifizierung der Anlagen über verschiedene Währungen hinweg kann ebenfalls dazu beitragen, sich gegen inflationäre Kräfte in einem Land oder einer Region abzusichern. Langfristig tendieren die Währungen von Ländern mit höheren Inflationsraten zu einer Abwertung im Vergleich zu Ländern mit niedrigeren Teuerungsraten. Da die Inflation den Wert der Investmentrenditen im Lauf der Zeit schmelzen lässt, könnten Anleger ihr Geld in Märkte mit niedrigeren Inflationsraten umschichten.

Jegliches Investment erfordert, sich auf eine Vielzahl möglicher Szenarien vorzubereiten. In vielen Fällen fallen die aktuellen Kosten zur Abfederung der Inflation ziemlich gering aus. Als besonders effektiv haben sich Strategien erwiesen, die unterschiedliche reale Vermögenswerte und deren spezifische Stärken bei der Inflationsabsicherung kombinieren.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.