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Sauren-Vorstand zum ESG-Trend Vorsicht bei grünen Investionen

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Die Idee von Green Bonds ist, dass Investoren gezielt Umweltprojekte von Unternehmen finanzieren.

Diese Projekte könnten auch über normale Anleihen finanziert werden. Das Etikett „Green Bond“ soll Investoren aber helfen, diesen speziellen Finanzierungsbedarf schnell zu erkennen, und dann sicher zu sein, dass die Emissionserlöse gezielt in das Umweltschutz-Projekt fließen – und nicht in den allgemeinen Ausgabentopf des Unternehmens.

Es wird als weiterer Effekt gehofft, dass Green Bonds aufgrund des hohen Interesses an nachhaltigen Investitionen eine günstigere Finanzierungsquelle darstellen als die klassische Unternehmensanleihe.

Somit könnte im Einzelfall das ein oder andere Projekt leichter umgesetzt werden. Es geht also um gezielte, zweckgebundene Finanzierung und eine gewisse Lenkungswirkung durch günstigere Finanzierungssätze.

Private Green Bonds sind allerdings nicht unumstritten. Womit wir beim Thema der staatlichen Green Bonds wären. Genau vor einem Jahr, im September 2020, hat die Bundesfinanzagentur die erste „grüne“ Bundesanleihe begeben. Im Mai dieses Jahres kam dann der erste 30-jährige Green Bond der Bundesrepublik Deutschland mit einem Emissionsvolumen von sechs Milliarden Euro auf den Markt. Die Emission war fast sieben Mal überzeichnet.

Es gibt offensichtlich viele Anleger, die ihr Geld gerne „grün“ anlegen möchten. Die Nachfrage nach diesen Anleihen ist so hoch, dass die Anleger sogar eine geringere Rendite akzeptieren als bei vergleichbaren normalen Staatsanleihen. „Greenium“ wird das genannt, eine Kreation aus den Wörtern „Green“ und „Premium“. Aktuell bekommt man für die 30-jährige Bundesanleihe eine Rendite von 0,25 Prozent pro Jahr und für die identische „grüne“ Bundesanleihe nur 0,20 Prozent jährlich.

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