Anleger wagen mehr Risiken

Nachfrage nach riskanten Bank-Anleihen steigt

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So genannte bedingte Pflichtwandelanleihen oder Contingent Capital Notes (CoCos) mit Rating auf Junk-Niveau haben den Anlegern 2,03 Prozent einschließlich wieder investierter Zinsen eingebracht, wie aus Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Unternehmensanleihen der Güteklasse Investmentgrade haben den Investoren 0,81 Prozent eingebracht, bei Unternehmen aus dem Junk-Bereich waren es 0,91 Prozent.

Die Anleger gehen höhere Risiken ein, da das von EZB-Präsident Mario Draghi bekanntgegebene Anleihekaufprogramm im Volumen von 1,1 Billionen Euro die Finanzierungskosten und damit die Anleiherenditen nach unten getrieben hat. Die durchschnittliche Rendite bei Anleihen der Kategorie Investmentgrade liegt derzeit bei einem Prozent, für Unternehmensanleihen im “Ramsch"-Bereich beträgt sie 4,05 Prozent. Dagegen rentieren sich CoCos aus dem Index der Bank of America mit 6,67 Prozent.

CoCos sind Anleihen, die so gestaltet sind, dass sie unter vorher festgelegten Bedingungen - beispielsweise wenn das Kapital einer Bank unter eine bestimmte Schwelle fällt - in Aktien gewandelt oder abgeschrieben werden. Damit sollen staatsfnanzierte Rettungsaktionen vermieden werden. Seit der Finanzkrise von 2008 haben die Aufsichtsbehörden die Banken zudem gezwungen, zusätzliches Kapital zu beschaffen, was das Vertrauen in die CoCos gestärkt hat.

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