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„Anleger werden verunsichert“

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Der Deutsche Derivate Verband (DDV) steht kurz vor der Gründung. DAS DERIVAT sprach mit Lars Brandau, künftig Geschäftsführer des DDV, über die Aufgaben des Verbands und die Herausforderungen der Zertifikatebranche 

DAS DERIVAT
: Am Montag veröffentlichte die Schutzvereinigung der Kapitalanleger (SdK) das „Schwarzbuch Börse“ und warf der Zertifikatebranche mangelnde Transparenz vor. Der DDV reagierte mit dem Hinweis, „dass mit einer Wiederholung von Vorwürfen diese nicht besser werden“. Ist Transparenz nicht eines der wichtigsten Ziele der Branche und des DDV?

Lars Brandau
: Selbstverständlich ist Aufklärung eine der wichtigsten Aufgaben des Deutschen Derivate Verbandes. Aber was die SdK aktuell betreibt, ist Marketing in eigener Sache. Damit werden Anleger bestenfalls verunsichert. Das hilft niemandem; am wenigsten dem Kleinanleger.

DAS DERIVAT
: Gibt es keinen Grund für die Kritik?

Brandau
: Fakt ist doch: Bei einem Zertifikat weiß ich bereits beim Kauf, was ich unter bestimmten Vorausetzungen am Laufzeitende für eine Rendite bekomme. Das ist für Anleger der entscheidende Faktor. Dass Derivate teilweise hoch komplex sind, ist nicht neu und liegt in der Natur einzelner Produkte. Ich glaube, dass die wenigsten Privatanleger diese Strukturen bis ins letzte Detail verstehen wollen. Sie brauchen vielmehr für ihre Marktmeinung das passende Produkt; und das gibt es bei rund 300.000 eigentlich immer.

DAS DERIVAT
: Eine erste Vorauswahl scheitert vielfach schon an der unterschiedlichen Namensgebung. Wenn gleiche Inhalte mit unterschiedlichen Etiketten verkauft werden, wird zu allererst Verwirrung gestiftet.

Brandau
: Zertifikate sind ein Erfolgsprodukt „Made in Germany“. Alle Emittenten wollen ein Stück vom Kuchen abbekommen und dabei Eigenständigkeitsmerkmale behalten. Es handelt sich eben um eine sehr junge Branche.

DAS DERIVAT
: Jugendliche Kraftprotzerei in der Euphorie?

Brandau
: Ja, teilweise schon. Ich bin mir auch nicht sicher, ob jemand 200.000 oder vielleicht bald 500.000 Zertifikate braucht. Aber es wird auch die Zeit kommen, da stellt sich nicht mehr jede Bank ein Vollsortiment ins Regal. Es werden weniger Zertifikate werden, und die Tendenz wird vom Supermarkt hin zu Boutiquen mit Spezialitäten gehen. Einzelne Namesfindungen werden jedoch bleiben: Die Chance, dass sich beispielsweise XMarkets von ihrem Wave-Brand trennt, tendiert vermutlich gen Null.

DAS DERIVAT
: Sie wollen ein Rating starten.

Brandau
: Der Deutsche Derivate Verband hat gemeinsam mit Experten lange an einem Rating gearbeitet. Dazu werden Zertifikate nach ihrem Nutzwert für unterschiedliche Anlage-Typen kategorisiert. Vorgesehen sind fünf Risikoklassen, vom risikobereiten bis zum sehr konservativen Anleger. Dementsprechend werden Zertifikate mit einem Punkte- oder Sternesystem bewertet. Je nach persönlicher Neigung können sich Anleger dann orientieren.

DAS DERIVAT
: Machen da alle Mitgliedsgesellschaften mit ihren Vollsortimenten mit?

Brandau
: Das wird sich zeigen und lässt sich gegenwärtig nicht seriös beantworten.

DAS DERVIAT
: Was war die vergangenen Tage ein klarer Kauf für Sie?

Brandau
: Ich bin ein großer Freund schlichter und recht indexnaher Produkte. Zuletzt habe ich mir ein Dax-Top-10-Zertifikat der Deutschen Bank gekauft.


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