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Anlegerstimmung: Junge Menschen sind besonders pessimistisch

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Die deutschen Anleger werden immer pessimistischer, so das Ergebnis einer Studie, die vom Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Union Investment durchgeführt wurde.

Nicht einmal ein Fünftel der Befragten (19 Prozent) rechnet mit steigenden Aktienkursen in den nächsten sechs Monaten. Im Vorquartal waren es 23 Prozent. Nur 1 Prozent der Optimisten glaubt, dass die Börsen stark steigen werden; der Rest geht von moderaten Kurszuwächsen aus.

31 Prozent erwarten hingegen leicht fallende Aktienmärkte. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorquartal. An stark fallende Börsennotierungen glauben unverändert 14 Prozent. Somit stehen den 19 Prozent der Börsen-Optimisten 45 Prozent der Pessimisten gegenüber.

Besonders pessimistisch zeigten sich bei der jüngsten Erhebung die 20- bis 29-Jährigen. So erwarten nur 12 Prozent von ihnen leicht oder stark steigende Börsenkurse. Im dritten Quartal 2011 waren es noch 28 Prozent. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen beträgt dieser Anteil 19 Prozent und bei den 50- bis 59-Jährigen glaubt ebenfalls lediglich jeder Fünfte an eine Börsenerholung.

Entsprechendes gilt auch für die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland in den nächsten sechs Monaten. Der Anteil der optimistischen Anleger sank um 12 Prozentpunkte auf aktuell 8 Prozent. Demgegenüber erwarten 42 Prozent eine Verschlechterung der Situation, 9 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Von einer konstanten Lage geht knapp jeder Zweite aus. Im dritten Quartal 2011 waren es 47 Prozent.

Auch hier zeigen sich die jungen Menschen als die größten Schwarzseher. Jeder zweite befragte 20- bis 29-Jährige glaubt, dass sich die Situation in Deutschland in den nächsten sechs Monaten verschlechtern wird. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als im vorigen Quartal. In den anderen Altersklassen teilen zwischen 30 und 46 Prozent diese Überzeugung.

Inflationserwartungen unverändert hoch

Die Inflationserwartungen der deutschen Anleger bleiben auf unverändert hohem Niveau. Insgesamt gehen 85 Prozent von stark oder leicht steigenden Preisen in den nächsten sechs Monaten aus (Vorquartal: 84 Prozent).

Die negative Einstellung gegenüber den Aktienmärkten spiegelt sich auch im Anlageverhalten wider. Denn der Anteil risikoscheuer Anleger nimmt zu. 61 Prozent der Befragten halten die Sicherheit bei der Geldanlage für den wichtigsten Aspekt. Dies sind 2 Prozentpunkte mehr als im dritten Quartal 2011. Der Aspekt der Gewinnerzielung verliert hingegen nochmals an Bedeutung und erreicht mit 8 Prozent den niedrigsten Wert seit Beginn der Fragestellung im ersten Quartal 2009.

Als einzige Geldanlageform gewinnt das Sparbuch an Attraktivität. Aktuell hält ein Drittel der Anleger das Sparbuch für attraktiv im Vergleich zu 30 Prozent im vorigen Quartal. Damit rückt diese Form der Geldanlage auf den dritten Platz der Beliebtheitsskala vor, hinter Tages- und Festgeld:

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