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Anlegerstimmung: Rentenfonds waren sehr gefragt

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„Sell in May and go away“, so lautet eine altbekannte Börsenweisheit. In diesem Jahr wurde die Regel jedoch außer Kraft gesetzt. Denn was Investmentfonds und Aktien betrifft, waren deutsche Anleger im Mai so kauffreudig wie schon seit Monaten nicht mehr.

Das spiegelt der Comdirect Brokerage Index wider, der im vergangenen Monat auf 104 Punkte deutlich gestiegen ist. Im April betrug der Index noch 96,4 Punkte.

Der Index, der von der Commerzbank-Tochter monatlich berechnet wird zeigt, ob die Privatanleger tendenziell stärker in Wertpapiere investieren oder ob die Investitionsneigung eher rückläufig ist. Für die Berechnung werden die Wertpapierkäufe den -verkäufen der 700.000 Depotkunden der Comdirect Bank AG gegenübergestellt und mit dem langjährigen Durchschnitt verglichen. Der Basiswert zwischen Januar 2005 und Dezember 2009 liegt bei 100 Punkten. Ein Indexstand über 100 Punkten zeigt an, dass die Kaufbereitschaft der Anleger im betrachteten Monat zunahm; ein Stand unter 100 Punkten deutet auf eine rückläufige Investitionsbereitschaft hin.

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Besonders stark legte die Kaufbereitschaft bei Investmentfonds zu. Vor allem Rentenfonds standen dabei ganz oben auf der Kaufliste – der Brokerage Index stieg hier von 185,4 auf 212 Punkte. Im Vergleich zu seinem langjährigen Durchschnitt notierte der Index damit mehr als doppelt so hoch. Direktinvestments in Rentenpapiere dagegen waren deutlich weniger gefragt. Der Brokerage Index für diese Anlageklasse lag bei 62,2 Punkten.

„Erfahrene Investoren haben im April auf Griechenland-Anleihen gesetzt, im Mai sind viele wieder ausgestiegen, um Gewinne mitzunehmen“, sagt Malte Rubruck, Produktmanager Trading bei der Comdirect Bank. Da sich im Mai keine klaren Chancen mit einzelnen Anleihen mehr geboten hätten, sollen Anleger nun stärker auf die Expertise von Fondsmanagern vertraut haben. Dafür spricht laut Rubruck der erneute deutliche Anstieg des Brokerage Indexes bei Rentenfonds.

Deutlich zugelegt hat der Brokerage Index auch bei Aktien (von 103,4 Punkten im April auf 109,1 Punkte). Der Trading-Experte führt dies auf die starken Kursschwankungen in den Leitindizes wie dem Dax zurück. Risikofreudige Anleger sollen diese genutzt und gezielt Aktien gekauft haben, so Rubruck.

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