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Wirbt für alternative Mischfonds: Arne Sand, Portfoliomanager und Geschäftsführer von Smart-Invest in Stuttgart. | © Smart-Invest

Anleihe als Risiko Fondsmanager warnt vor klassischen Mischfonds

Der allererste Fonds in Deutschland war ein klassischer Aktien-Anleihen-Mischfonds, seitdem hat sich diese Spezies zu einem absoluten Publikumsliebling entwickelt. Nachdem aber nun weite Teile des Bond-Angebots negativ verzinst werden, könnte die Anleihe vom Stabilisator zum Risikofaktor für Mischfonds werden.

Aufgrund der Niedrig- und Negativzinsen stehen nicht nur Anleihefonds vor schwierigen Zeiten, sondern auch klassische Mischfonds. Weltweit sind mehr als 17 Billionen US-Dollar in Anleihen mit negativen Renditen investiert. Das entspricht einem Viertel aller ausgegeben Anleihen. Im August 2019 gab die Deutsche Bundesbank eine 30-jährige Anleihe mit einem Zinssatz von null Prozent aus, die eine Rendite von minus 0,11 Prozent erzielte.

Klassische Mischfonds sind von dieser Entwicklung ganz besonders betroffen. Sie nutzten Anleihen bisher, um die Schwankungen der Aktienmärkte abzufedern und wie angestrebt die Risiken im Fondsportfolio zu verringern. Jedoch gibt es zwei große Probleme mit der Bond-Quote: Zum einen fehlen die ausbleibenden Zinsen als Teil der Performance. Zum anderen werden die Anleihen durch ihre rekordhohen Kurse selbst zum Risiko. Selbst bei nur geringen Zinsänderungen schwanken die Kurse enorm.

Langfristiger Risiko-Ausgleich aufgebraucht

Zwar lässt sich immer noch ein gewisser kurzzeitiger Sicherheitspuffer beobachten, da die Anleihen häufig kurzfristig steigen, wenn die Aktien fallen. Aber der langfristige Risiko-Ausgleich, den Anleihen in der Vergangenheit in schwierigen Aktienphasen brachten, ist vollkommen aufgebraucht.

Was sind die Alternativen? Anleger können das entweder so akzeptieren, weil es eben die Welt ist, in der wir leben. Unsere Empfehlung wäre allerdings, den Blick auf alternative Mischfonds-Konzepte zu richten, deren Risikoabsicherung nicht auf einer Mischung von Anleihen und Aktien beruht.

Eine nachweislich erfolgreiche Möglichkeit ist die aktive Steuerung der Aktienquote, zum Beispiel über eine Absicherung mit Index-Futures. Auf Grundlage vorher festgelegter Indikatoren, entweder aus dem volkswirtschaftlichen, charttechnischen oder fundamentalen Bereich, wird der Grad der Absicherung variiert. Dadurch besteht der Vorteil, dass die Aktien im Depot bleiben, keine zusätzlichen Handelskosten anfallen und der Dividendenanspruch bestehen bleibt. Auf diese Weise kann der Anteil der Anleihen stark reduziert werden, gleichzeitig wird ein ähnliches Rendite-Risikoprofil wie in einem klassischen Mischfonds erreicht.


Über den Autor:

Arne Sand ist Portfoliomanager und Geschäftsführer von Smart-Invest in Stuttgart.

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