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Außenminister aus China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika (v.l.n.r.) beim BRIC-Tête-à-Tête in Rio de Janairo: Im zweiten Quartal 2019 erzielten Anleihen aus Schwellenländern Gewinne.

Anleihen-Ausblick Capital Group Risikoreiche Titel bieten Opportunitäten

Peter Becker, Investment Director bei Capital Group

Europäische Anleihen weisen geringes Potenzial auf

Die europäische Konjunktur hat sich im ersten Quartal des Jahres 2019 zwar stabilisiert. Sie ist jedoch nach wie vor anfällig für politische Entwicklungen und könnte auch weiterhin volatil bleiben. Die deutsche Industrie leidet unter der niedrigeren Nachfrage aus China, den USA und Großbritannien. Indes dürften die gesunkenen Energiepreise und eine lockere Geldpolitik die Binnennachfrage stützen. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert, auf die weiterhin niedrige Inflation mit Zinssenkungen zu reagieren.

Aktuell bieten sich bei europäischen Anleihen nur einzelne Opportunitäten. In unseren globalen Strategien bevorzugen wir Anleihen außerhalb des Euroraums, in unserer reinen Europa-Strategie sehen wir Opportunitäten in den Nicht-Kernmärkten der Eurozone.

Japans Kapitalmarkt stark von China und den USA abhängig

Die sich abkühlende Weltkonjunktur setzt die Bank of Japan (BoJ) unter Druck. Eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China dürfte sich negativ auf Japans Wirtschaft auswirken.
Die Zentralbank könnte daher die kurzfristigen Zinsen weiter in den negativen Bereich senken. Dies könnte allerdings zu einem steigenden Yen führen, wenn sich im Markt Deflationsangst breit macht.

Da traditionelle geldpolitische Maßnahmen deshalb nur wenig bewirken dürften, wird eine koordinierte Geld-und Fiskalpolitk wahrscheinlicher, die letztendlich zu höheren Renditen und einer steileren Zinsstrukturkurve führen könnte. Japanische Investoren suchen daher nach Renditen in risikoreicheren Titeln im Ausland, die für sie attraktiver erscheinen.

US-High Yield Titel verzeichnen eine positive Entwicklung

Seit Jahresbeginn bis Ende Juni 2019 sind die Kurse von US-Hochzinsanleihen um knapp 10 Prozent gestiegen (Stand 30. Juni 2019). Die Fundamentaldaten der US-Unternehmen sind alles in allem immer noch gut. Eine gewisse Vorsicht ist dennoch geboten: Die Unternehmensgewinne könnten in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen. Dieses Risiko spiegeln die aktuellen Bewertungen derzeit unzureichend wider. Das Umfeld niedriger Ausfallquoten könnte jedoch anhalten, wenn die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik, wie es sich andeutet, weiter lockern würde. Dadurch rücken bei Anlegern insbesondere festverzinsliche US-Hochzinsanleihen in den Fokus und verzeichnen Zuflüsse. Variabel verzinsliche Loans sind wegen der zu erwartenden Geldpolitik weniger gefragt.

Solide Fundamentaldaten dürften Schwellenländer-Anleihen beflügeln

Im zweiten Quartal 2019 erzielten Anleihen aus Schwellenländern Gewinne. Lokalwährungsanleihen haben Bonds, die in US-Dollar denominiert sind, sogar übertroffen. Grund war die Bereitschaft der Anleger, Risiken einzugehen, da die Erwartung einer expansiveren Geldpolitk der Zentralbanken in der Vordergrund rückte.

Augrund der stark gesunkenen Renditen der Anleihen von Industrieländern wurden renditestärkere Titel aus den Emerging Markets attraktiver. Auch in Zukunft dürften Schwellenländer-Anleihen Anleger optimistisch stimmen – wegen solider Fundamentaldaten und trotz verschiedener Risiken. Eine moderate Übergewichtung könnte bei länger laufenden Lokalwährungs-Staatsanleihen das Mittel der Wahl sein. Bei Anleihen in Fremdwährungen dürften hingegen kürzer laufende Titel mit höheren Zinsen Chancen bieten. Auch ausgewählte Emerging-Market-Unternehmensanleihen haben für Anleger derzeit ihren Reiz – vor allem in den Segmenten Bankwesen und Transport.

Den kompletten Anleihen-Ausblick können Sie hier nachlesen.

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