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Immobilienkrise, Deflation, Wirtschaftsflaute China-Anleihen: Wie geht es dem zweitgrößten Rentenmarkt der Welt?

Geschäftsviertel in Peking
Geschäftsviertel in Peking: Für Zinsanleger mit globalem Anlageuniversum ergeben sich aktuell aussichtsreichere Anlagealternativen. | Foto: Imago Images / VCG

Die großen Konjunkturerwartungen an die Wiedereröffnung Chinas nach der Pandemie wurden enttäuscht und die durch massive Überschuldung entstandene Immobilienkrise belastet die heimische Wirtschaft. In Folge wertete die Lokalwährung auf ein Mehrjahrestief ab und die Notenbank sah sich entgegen dem Trend einer global restriktiven Geldpolitik zu Zinssenkungen gezwungen.

Die chinesischen Staatsanleihen sind für eine Ignoranz der Entwicklung zu kapitalgewichtig, bilden sie doch inzwischen weltweit nach den USA den zweitgrößten lokalen Rentenmarkt, was auch in etwa ihrem volkswirtschaftlichen Anteil an der Weltwirtschaft entspricht. Für Zinsanleger mit globalem Anlageuniversum ergeben sich aktuell jedoch aussichtsreichere Anlagealternativen. Zwar könnten sich angesichts der rezessiven Preistendenzen vor Ort Anleihekurschancen ergeben falls weitere Zinssenkungen nötig werden sollten, doch steht dem die sehr niedrige absolute Verzinsung von unter 3 Prozent über die gesamte Zinsstrukturkurve als Ausgangsbasis entgegen. Zudem bestehen Sanktionsrisiken im Zusammenhang mit der Taiwan-Frage, die erhebliche Auswirkungen auf das Anlageverhalten der internationalen Großanleger haben könnten, wie gerade der Ukraine-Krieg aufzeigt.

Chinesische Anleihen: Kleine Schritte zur vollständigen Liberalisierung

Zudem gilt es die Eigenheiten des noch immer abgeschotteten lokalen Marktes zu beachten. Die weiterhin auf absolute Kontrolle bedachte chinesische Administration vollzieht kleine Schritte auf einem noch langen Weg bis zu einer möglichen vollständigen Liberalisierung. Perspektivisch soll das ehemals auf Produktion und Export fußende Wirtschaftsmodell mit unfreiem Geld- und Kapitalmarkt bei steigendem Wohlstandsniveau zu mehr inländischem Konsum mit starkem Dienstleistungssektor umgebaut werden.

 

In China konnten früher weder ausländische Gelder ungehindert investiert werden, noch konnte inländisches Kapital aus dem Land herausströmen. In den vergangenen Jahren ist der Zugang zum chinesischen Markt für lokale Anleihen für Anleger jedoch erheblich einfacher geworden. Bis vor Kurzem mussten internationale Investoren langwierige, komplizierte und kostenintensive Genehmigungsprozesse durchlaufen, um knappe chinesische Staatsanleihen mit den damit verbundenen lokalen Marktrisiken vor Ort über die Clearingstelle abwickeln zu können. Erst mit der Einführung des Bond Connect Programms 2017 erhielten ausländische Anleger über die Börse Hongkong einen direkten, genehmigungsfreien Zugang zu chinesischen Staatsanleihen. Damit wurde der Grundstein gelegt, dass lokale chinesische Anleihen Voraussetzungen für die Aufnahme in Indizes erfüllen.

Die Ausfallrisiken von chinesischen Staatsanleihen erscheinen gemessen an der Bonitätsnote und den historischen Kursschwankungen zwar als eher gering. Dennoch bleibt die Gefahr von Kapitalverlusten für ausländische Investoren im Fall von Währungsabwertungen.

Sinkt Chinas Sparquote, folgen Auslandsinvestitionen

Unklar ist zudem die Zukunft der im Inland gehaltenen Sparguthaben der zunehmend wohlhabenden chinesischen Bevölkerung. Über den erzielten Handels- und Leistungsbilanzüberschuss konnten in der Vergangenheit enorme Devisenreserven aufgebaut werden, was China zum Nettogläubiger gegenüber dem Ausland machte. Der lokale Markt wird dabei durch die im Inland praktisch gefangenen Spargelder abgepuffert. So verfügen die chinesischen Haushalte mit 25 Prozent über die höchste persönliche Sparquote weltweit, die nationale Sparquote liegt mit unglaublichen 46 Prozent sogar noch höher. Sollte sich hier ebenfalls eine Liberalisierung einstellen, fließen Gelder aus China ins Ausland, was den chinesischen Yuan unter weiteren Druck setzen könnte.

Aufgrund der Wirtschaftsmisere schwächt sich der Yuan ab

Die Öffnung des chinesischen Anleihemarktes für ausländische Investoren war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des lokalen Kapitalmarkts. Gegenüber gängigen Rentenindizes ist eine Untergewichtung der Lokalwährung aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage angezeigt. Ein starker Kapitalzufluss vor allem vonseiten institutioneller Käufer aus dem Ausland ist kaum zu erwarten. Die zu erwartende Ablaufrendite der lokalen Anleihen liegt sowohl im Vergleich zu anderen Schwellenländern als auch Industrieländern jedoch am unteren Ende eines bereits sehr niedrigen absoluten Niveaus.

Aktive Asset Manager sollten aufgrund der Sanktionsrisiken, wenn überhaupt, Förderbankanleihen in chinesischen Yuan erwerben, die nach internationalem Recht begeben wurden und eine attraktivere jährliche Ablaufrendite als die lokalen Staatsanleihen aufweisen. Darüber hinaus wird es interessant sein zu beobachten, wie sich die höheren Kapitalflüsse auf die bisher gelebte Steuerung des Wechselkurses des chinesischen Yuans auswirken werden.

 

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