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Märkte verstehen, Chancen nutzen

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Wall Street in New York: Für viele Anleger waren angesichts der im Frühjahr gesehenen Volatilität an den Anleihemärkten Renten-ETFs die erste Wahl. | © imago images / Levine-Roberts Foto: imago images / Levine-Roberts

Anleihen-ETFs

Kalkulierbare Taktgeber für das Portfolio

Von Ende Februar bis Ende März 2020 verschlechterte sich die Liquidität an den Anleihemärkten rapide. Während Covid-19 fast sämtliche Rentenanlagen von Unternehmensanleihen bis hin zu US-Treasuries sowie deren Handelsliquidität schwer in Mitleidenschaft zog, standen bei Anlegern inmitten der Turbulenzen bei der Umsetzung von Portfolio-Anpassungen zunehmend Anleihen-ETFs im Fokus.

Der von Corona bedingte Run auf Anleihen-ETFs kam nicht von ungefähr: Festverzinsliche Anlagen abbildende ETFs sind jederzeit handelbar und bieten damit Liquidität – was in Zeiten außerordentlicher Marktbelastungen bei einzelnen Anleihen häufig nicht gegeben ist.

Covid-19 unterstreicht den Bedarf an Anleihen-ETFs

Für viele Anleger waren daher angesichts der im Frühjahr gesehenen Volatilität an den Anleihemärkten Renten-ETFs die erste Wahl. Während festverzinsliche Wertpapiere in ihrer Gesamtheit von Ende Februar bis Ende März einer außerordentlich starken Volatilität unterlagen, griffen Anleger vor diesem Hintergrund bei Anleihen-ETFs von iShares zu. Im Durchschnitt wurden diese wöchentlich mit einem Volumen von 17,5 Milliarden US-Dollar gehandelt (21. Februar bis 20. März), was mehr als doppelt so hoch ausfiel als der Wochendurchschnitt aus dem Jahr 2019 in Höhe von 7,8 Milliarden US-Dollar (Quelle: Bloomberg vom 20. März 2020).

Nach Meinung der Experten für Anleihen-ETFs bei iShares ist der erhöhte Bedarf an diesen ETFs, der sich in den vergangenen Monaten eingestellt hat, darauf zurückzuführen, dass die ETFs es erleichtern, Anleihebestände im Portfolio neu anzulegen, Portfolios anzupassen und Risiken zu managen.

An den volumenstärksten Handelstagen im Februar und März erzielten mehrere besonders gesuchte ETFs Rekordumsätze: So erreichte der iShares Core € Corp Bond UCITS ETF (IEAC) am 6. März ein Handelsvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar – was dem 6,6-fachen des innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten gehandelten durchschnittlichen Tagesvolumens (Average Daily Volume, kurz ADV) entspricht. Der Umsatz im iShares € High Yield Corp Bond UCITS ETF (IHYG) sprang am 13. März auf 590 Millionen (5-faches ADV) und auch der iShares J.P. Morgan EM Local Govt Bond UCITS ETF (IEML) erlebte am 19. März ungewöhnlich hohe Umsätze von 851 Millionen US-Dollar (5,6-faches ADV), wie Bloomberg am 20. März 2020 berichtete.

Drehzahlmesser für den Anleihemarkt

Schon allein wegen der weithin bekannten Vorteile von ETFs erwarten die iShares-Experten, dass ihr Handelsvolumen sich auch in Zukunft weiter erhöht. Im Zuge des Covid-19-Schocks hat sich gezeigt, dass Anleger sich mit Anleihen-ETFs eine zusätzliche, willkommene Liquiditätsquelle erschließen. Daraus ergibt sich ein interessanter Aspekt: Weil die in Anleihen-ETFs gehandelten Volumina stetig zunehmen, werden diese Festzinsprodukte zu Echtzeit-Kursindikatoren.

Eben weil Anleihe-ETFs häufiger gehandelt werden als einzelne Anleihen, liegt nahe, dass in deren Preisbildung mehr Echtzeit-Informationen einfließen als selbst in die am stärksten gehandelten Einzelanleihen in den Portfolios der Anleger. Diese Beobachtung gilt insbesondere in volatilen Marktphasen, wenn die Handelsaktivität bei ETFs zunimmt.

Stabile Spreads für berechenbare Erträge

Welche Treiber beeinflussen die Preisbildung bei ETFs? Vorrangig sind es natürlich die zugrunde liegenden Anleihenpreise. In Zeiten der Marktvolatilität sind ihre Spitzen nach unten und oben besonders ausgeprägt. Neben Angebot- und Nachfrage unterliegt die Preisbildung der Anleihen-ETFs in gewissem Maße aber auch den unterschiedlichen Handelszeiten rund um die Welt, und dem damit einhergehenden Informationsfluss.

Für die Preisgestaltung nicht unwesentlich sind letztlich auch die Kosten für die Ausgabe und Rücknahme von ETF-Anteilen. So weiteten während der Volatilitätsperiode von Ende Februar bis März die Market Maker ihre Geld-Brief-Spannen bei Anleihen-ETFs auf breiter Front aus. Dies war fast ausschließlich auf die gestiegenen Handelskosten vor dem Hintergrund der außergewöhnlich hohen Intraday-Volatilität an den Zins- und Kreditmärkten – in Verbindung mit der mangelnden Liquidität – an den zugrundeliegenden Anleihemärkten zurückzuführen.

Trotz sich ausweitender Spreads in den verschiedenen Anlageklassen blieben die Spreads der Anleihen-ETFs von iShares in der Zeit der Marktvolatilität von Ende Februar bis März enger als die der Wettbewerber.

Anleger setzen auf indexgebundene Anleihen-ETFs, um die Index-Performance zu erreichen oder zu übertreffen. Viele der Flaggschiff-Anleihen-ETFs von iShares erreichten dieses Ziel sogar im März 2020, selbst angesichts extremer Volatilität.

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