Ob Unternehmensanleihen, Staatspapiere, Wandelanleihen, Staatsanleihen aus Schwellenländern in Lokalwährung etc.: Alle Unterkategorien haben ihre Zeit, in der sie als besonders attraktiv angesehen werden. Wohl dem, dessen Fonds flexibel agieren kann und dessen Fondsmanager das Portfolio entsprechend der Marktsituation anpasst. Davon gibt es nicht sehr viele erfolgreiche Ansätze. Ein Ansatz dieser Art ist am 28. Dezember 2023 aufgelegte Squad Aguja Bond Opportunities (ISIN: DE000A3EYU78).
- Sektor: Mischfonds defensiv Welt
- Auflegung: 28.12.2023
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondsgesellschaft: Axxion
- ISIN: DE000A3EYU78
- Performance YTD: 2,04%
- Performance 1 Jahr: 7,03%
- Performance 3 Jahre: -
- Performance 5 Jahre: -
- Volatilität 1 Jahr: 1,61%
- Volumen in Mio. EUR: 5
- Währung: EUR
Die Suche nach besonderen Opportunitäten
Der hauptverantwortliche Fondsberater heißt Fabian Leuchtner. Er war bei seinen beruflichen Stationen unter anderem Co-Portfoliomanager eines bekannten Anleihenfonds, und so wuchs sein Interesse an Anleihen und Wandelanleihen.
„Mein Fokus bei Aktien war schon immer die Suche nach besonderen Opportunitäten, unentdeckten ‚Perlen‘, Sondersituationen, komplexeren Zusammenhängen – all das, wo man um die Ecke denken und im Kopf ein Puzzle zusammensetzen muss. Ich entdeckte, dass sich dieser Ansatz auch auf Bonds übertragen lässt und es auch hier sehr viele solcher spannender Investmentmöglichkeiten gibt, sei es wegen besonderer Prospektklauseln, Veränderungen im operativen Bereich oder Strukturmaßnahmen. Ich würde es ‚Bond-Picking‘ nennen, und es war schon länger ein Traum, in einem reinen Anleihenfonds diese Strategie umzusetzen“, erklärt Leuchtner. Er wird unterstützt von den Kollegen Roman Solf, Tobias Buchwald und Sergi Suades.
Die Strategie
Der Fokus im Investmentprozess liegt auf tendenziell defensiven Investments wie Anleihen und Hybridanleihen, vor allem aus dem Bereich der Corporates. Zudem sind auch defensive Wandelanleihen ein wichtiger Baustein. Es handelt sich um einen aktiven Ansatz, mit dem man attraktive Opportunitäten aufspüren möchte.
Der Bottom-up-Ansatz ist gekennzeichnet durch Themen wie ausführliche Prospektanalysen, Übernahmen (Sondersituationen) und komplexe Strukturen, die sich positiv entwickeln. Das Ziel ist ein konzentriertes Portfolio (circa 30 bis 40 Positionen), das gleichwohl ausreichend diversifiziert ist. Ein aktives Risikomanagement ist implementiert.
Wie man Stockpicking-Ansätze aus dem Aktienbereich kennt, so erfolgt dies in dem Fall also im Anleihenmarkt. Abgesehen von den attraktiven Renditen von Unternehmensanleihen soll durch gezieltes Anleihen-Picking (Alpha) sowie das Aufspüren von interessanten Marktnischen (zum Beispiel Wandelanleihen) Zusatzerträge erzielt werden.
Mögliche Investments
Um dies zu erreichen, investiert Leuchtner in Wandelanleihen (Konzentration auf sogenannte „Rendite+“-Opportunitäten, meist keine hohe Aktiensensitivität), Hybrid-/Nachrangunternehmensanleihen (als Beimischung, dabei geringer Fokus auf Banken), Kasse sowie Derivate zur Absicherung (vor allem Währungen). Dagegen stehen Staatsanleihen, Coco- und Pflichtwandelanleihen, Mittelstandsanleihen sowie eine Spekulation auf die Zinskurve nicht im Fokus des Investmentprozesses.
Die Portfolioschwerpunkte
Grundsätzlich soll die volle Bandbreite genutzt werden. Doch es gibt Bereiche, die der Fondsberater ausklammern würde. Dazu gehören Anleihen von Banken, da aktuell die Expertise fehlt, um deren Bilanzen in der Tiefe nachvollziehen zu können. Auch Rohstoffunternehmen sind als Schuldner nicht erste Wahl.
Das heißt allerdings nicht, dass diese Sektoren per se ausgeschlossen werden, aber die Verantwortlichen fokussieren sich, wenn, dann auf einige wenige Titel. Wichtig ist auch eine ausreichende Liquidität beziehungsweise Handelbarkeit. Das impliziert einen Fokus auf Emissionen mit ausreichend Volumen; in der Regel sind mindestens 100 Millionen Euro gerne gesehen.
Zudem ist den Verantwortlichen wichtig, dass sie die Unternehmen verstehen, mit dem Management kommunizieren können und die Zahlen verlässlich sind. Daher liegt der geografische Fokus eher auf Europa und Nordamerika sowie Japan.
Bond-Picking kann sich lohnen
Wie im Aktienbereich ein aktives Stockpicking erfolgreich sein kann, so gilt dies auch für den Anleihebereich. So hat jede Anleihe hat ihren eigenen Prospekt, dem man Bedingungen entnehmen kann, die ein Investment interessant machen könnten, wie bei einer Übernahme oder einem frühzeitigen Rückkaufsangebot. Zudem kann sich ein hauseigenes Research, wie es bei Leuchtner Anwendung findet, auszahlen. Dadurch kann er auch Anleihen ohne Rating ins Portfolio aufnehmen. Diese Papiere bieten sehr oft eine höhere Rendite, wobei die Qualität nicht darunter leidet. Es ist vielmehr so, dass Ratings teuer sind und sich nicht immer lohnen.
Eine weitere Nische sind High-Yield-Anleihen, die auch gerne mal als „Junk-Papiere“ betitelt werden. Darunter finden sich auch qualitativ sehr gute Unternehmen, bei denen eine stetige Verbesserung zu erwarten ist, und damit einhergehend wird sich in der Folge der Aufschlag verkleinern und der Preis steigen.
Ergebnisse
Der Squad Aguja Bond Opportunities ist noch recht jung, mit einem Plus von knapp 7 Prozent über die letzten zwölf Monate ist der Start gelungen. Erwähnen sollte man in dem Zusammenhang noch, dass es eine Art Track Record mit Blick auf den älteren Aguja-Fonds, den Squad Aguja Opportunities, gibt. Denn auch hier investiert Leuchtner unter anderem in Anleihen. Die Zielrendite des Squad Aguja Bond Opportunities liegt oberhalb eines typischen Investment Grade Anleihen-Fonds, aber etwas unter der eines Fonds mit Fokus auf Nachranganleihen.
