Anleihen von Berkshire Hathaway

Investoren haben mit Euro-Bonds von Buffetts Firma Geld verloren

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Die Papiere von Warren Buffetts Investmentholding zählen zu den 40 Euro-Anleihen mit der schlechtesten Entwicklung in diesem Jahr. Das zeigen Daten von Bloomberg. Berkshire hatte eine Emission im Volumen von 3,0 Milliarden Euro in drei Tranchen mit Laufzeiten von acht bis 20 Jahren an den Markt gebracht.

Die rekordniedrigen Zinsen haben im ersten Quartal verstärkt Unternehmen aus dem Ausland an den Euro-Kapitalmarkt gelockt. Bei den deutschen Bundesanleihen, der Benchmark für Unternehmensanleihen in der Gemeinschaftswährung, tendierte die Rendite zu der Zeit gegen null. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass die Gefahr einer Deflation gebannt ist und die Inflation im Euroraum wiederkehrt. Auch belebt sich die Konjunktur. Das trieb die Renditen in die Höhe und führte zu Kursverlusten bei Anleihen, die zuvor aufgelegt wurden.

„Warren Buffett ist ein schlauer Kerl. Wenn er verkauft, sollte man das wahrscheinlich auch tun,“ sagte Ben Bennett, Anleihestratege bei Legal & General Investment Management in London. „Die Berkshire-Transaktion ist zum absolut perfekten Zeitpunkt gekommen. Timing ist alles.“

Berkshire, deren Kreditwürdigkeit von Moody’s Investors Service mit „Aa2“ eingestuft wird und von Standard & Poor’s mit dem Äquivalent „AA“, ist unter den 40 Emittenten mit der schlechtesten Anleihe-Performance der am höchsten benotete.

Warren Buffetts legendäres Händchen bei Investments hat ihm den Spitznamen „Orakel von Omaha“ eingebracht. Das Nettovermögen des 84-Jährigen liegt laut Bloomberg’s Billionaires Index bei rund 69 Milliarden Dollar. Der Großteil davon entfällt auf seine Anteile an Berkshire, mit Sitz in Omaha in Nebraska.

Investoren, die bei der mit 1,625 Prozent verzinsten, 2025 fälligen Berkshire-Anleihe im Volumen von 1,0 Milliarden Euro zugriffen, mussten zusehen, wie der Kurs von 99,61 Cent je Euro Nominalwert zum Zeitpunkt der Emission auf 85,62 Cent abbröckelte, wie Daten von Bloomberg zeigen. Der Renditeaufschlag der Papiere gegenüber Bundesanleihen stieg von 86 Basispunkten auf 121 Basispunkte. Auch die Kurse der 2017 und 2013 fälligen Papiere sind gefallen.

US-Unternehmen haben dieses Jahr Anleihen im Rekordvolumen von 62,7 Milliarden Euro in der Gemeinschaftswährung aufgelegt, um von den niedrigen Zinsen zu profitieren.

Buffetts Bonds zählen zu einer ganzen Reihe von Unternehmensanleihen, deren Kurse in den Abwärtssog des Ausverkaufs bei Staatsanleihen geraten sind. „Mit der Rückkehr der Volatilität ist der Appetit auf langfristige Engagements deutlich zurückgegangen,“ sagte Tatjana Greil Castro, Vermögensverwalterin bei Muzinich in London.

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