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Anleihen Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen

Uwe Zimmer, Vorstand von Meridio Vermögensverwaltung in Köln
Uwe Zimmer, Vorstand von Meridio Vermögensverwaltung in Köln
In den vergangenen Jahren waren Anleihen so beliebt, haben die Anleihenkurse derart zugelegt, dass real kaum noch etwas zu verdienen ist. 0,4 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen, 1,9 Prozent vielleicht noch für US-Treasuries, in Japan gab es sogar Geld für den Finanzminister, als er Kurzläufer ausgab. Ja richtig, er zahlt nicht dafür, dass er sich Geld leiht. Er bekommt Geld von den Anlegern.

Das ist super für ihn und schlecht für die Anleger. Denn es lässt sich auf diese Weise nichts mehr verdienen mit Anleihen – und das ist bei der Geldanlage ja eigentlich das Ziel. Wer jetzt also erzählt, dass er mit Renten oder Rentenfonds noch richtig gut zu verdienen weiß, muss schon extrem gut sein. Oder sehr hohe Risiken eingehen. Oder beides.

Und ganz offen: Wer will schon gegen die Notenbanken spekulieren? Auf eine nicht angekündigte Trendwende zu hoffen bringt nichts. Die Zentralbanker werden die Zinsen noch eine ganze Weile niedrig halten. Niedrige Zinsen sind schließlich die Medizin, die den überschuldeten Staaten und den renditehungrigen Märkten verabreicht wird. Sie ist süß, schmeckt den Märkten gut, ist aber wirkungslos. Weder zieht das Wirtschaftswachstum an, noch kommen die Staaten so richtig mit den Strukturreformen voran.

Aber niedrige Zinsen sind nur ein Grund, weshalb Anleihen auf dem großen Haufen liegen und von Fliegen umschwärmt werden. Ein anderer ist die Qualität der dahinter stehenden Schuldner. Das sind vor allem Staaten. Und deren Leistungsbereitschaft und -fähigkeit zur Rückzahlung ist fraglich. Zumindest was einen großen Teil der europäischen Südstaaten angeht, sind die Probleme offensichtlich. Durch die Vergemeinschaftung der Risiken könnten auch die noch stabilen Staaten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Und was die USA immer wieder mit ihrem Haushalt anstellen – der ja nun die Quelle sowohl neuer Anleihen als auch der Rückzahlung der alten ist – ist im besten Falle abenteuerlich zu nennen. Nach der Niedrigzinsdebatte könnte also eine Debatte über die Schuldner-Qualität eröffnet werden. So richtig schützen kann man sich davor nicht. Aber die Augen offen halten und auf die Zeichen achten, das kann man. Und derweil durchaus die eine oder andere Aktie mehr ins Depot nehmen.
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