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Anleihenfonds Bantleon Return: "Wir mischen nur ganz selektiv Risiken bei"

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Jederzeit verfügbar sollten sie sein, wertbeständig und rentabel – offene Immobilienfonds. Doch wird der erste abgewickelt, weitere zehn sind geschlossen.

Zu viele Anleger wollten ihr Geld abziehen, so schnell ließen sich die Fondsobjekte nicht verkaufen. Aus der langfristigen und illiquiden Anlageform Immobilie lässt sich nicht einfach ein kurzfristig verfügbares Produkt zimmern.

Anleihenfonds als Alternative zu Immobilienfonds

Als DAS INVESTMENT im Mai 2010 erfolgreiche Vermögensverwalter nach Alternativen zum vermeintlichen Betongold fragte, trat vor allem eine Anlageklasse in Erscheinung: Anleihenfonds.  

Vor allem vermögensbildende Anleihenfonds sind eine attraktive Alternative sowohl zu offenen Immobilienfonds als auch zu vielen scheinbar sicheren Rentenfonds, die risikobehaftete Wertpapiere enthalten und während der Finanzmarktkrise teilweise deutlich zweistellige Verluste eingefahren haben.

Vermögensbildende Anleihenfonds setzen auf Qualitätsanleihen

Vermögensbildende Anleihenfonds investieren im Gegensatz dazu ausschließlich in hochqualitative Anleihen. Um auch in Jahren mit niedrigen Anleihenzinsen gute absolute Erträge zu ermöglichen, werden mit aktivem Management zusätzliche Kursgewinne realisiert.   

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Einige Fonds mischen dazu in wirtschaftlichen Aufschwungphasen zeitweise Aktien bei. In Abschwungphasen hingegen beträgt die Aktienquote null Prozent. So profitieren Anleger von den Chancen der Aktienmärkte, während die Risiken minimiert werden.

Wertbeständig und gewinnbringend

Anleihen als Basis dieser Fonds sichern den stetigen Wertzuwachs. Tatsächlich zeichnen sich Anleihen durch zwei Besonderheiten aus. Zum einen sind sie wertbeständig – jedes Papier wird irgendwann fällig. Dann muss der Schuldner es zum Nennwert zurückzahlen.

Zum anderen erzielen Anleihen auf Dauer immer Gewinne, die über der allgemeinen Geldentwertung liegen. Jedesmal wenn ein Schuldner neue Anleihen auf den Markt bringt, muss er einen Zins bieten, der über der Inflation liegt. Durch die Fluktuation aus fälligen und neuen Anleihen entsteht so ein automatischer Inflationsschutz.

„Ein Vermögen aus deutschen Bundesanleihen hat auch in den Hochinflationsphasen der vergangenen 40 Jahre bereits nach kurzer Zeit die Geldentwertung ausgeglichen und eine darüber hinausgehende Rendite erzielt“, erklärt Jörg Schubert, Vorstand Kundenbetreuung beim Hannoveraner Anleihemanager Bantleon.

Zudem achtet ein guter Fondsmanager darauf, dass die Einnahmen aus fälligen Anleihen zeitlich gut verteilt fließen.

Kündigt sich eine erhöhte Inflation an, entscheidet er sich tendenziell für Anleihen mit kürzeren Laufzeiten, sodass er schon bald neue, höher verzinsliche Papiere kaufen kann.

"Solider Kompromiss zwischen Ertrag und Sicherheit"

Unabhängig von den aktuellen Turbulenzen an den Anleihenmärkten ist für Bantleon-Vorstand Schubert klar: „Egal ob sich in den nächsten Monaten die wirtschaftlichen Erholungstendenzen verfestigen oder doch noch Rückschläge drohen, das Management von vermögensbildenden Anleihenfonds hat in jedem Marktumfeld die Aufgabe, einen soliden Kompromiss zwischen Ertrag und Sicherheit zu finden.“ 

Beispiel: Vor fünf Jahren galten alle Euro-Staatsanleihen als sicher, Rendite- und Risikounterschiede waren minimal. Heute gelten Staatsanleihen aus Griechenland als Risikoinvestments.

Bantleon, so Schubert, hat darauf sehr schnell reagiert. Schubert: „Wer auf ein solides Management vertrauen kann, bekommt mit vermögensbildenden Anleihenfonds ein exzellentes Instrument, um Vermögen aufzubauen und zu mehren.“   


„Wer spekulieren will, sollte ins Kasino gehen“


Jörg Bantleon (Foto), Gründer der Bantleon Bank AG, ist ein unbeirrbarer Anleihen-Fan. Daran ändert auch die derzeitige Niedrigzinsphase absolut nichts.

DAS INVESTMENT: Sie gelten als Sicherheits-Fan. Sind Sie nie schwach geworden – etwa beim New-Economy-Hype?

Jörg Bantleon: Nein. Es gibt immer mal Phasen, in denen ich für meinen Ansatz belächelt worden bin. Mir ist klar, dass wir dann und wann auch Chancen liegen lassen. Doch wir haben weder risikoreiche Produkte wie etwa kreditstrukturierte Anleihen in den Markt gebracht noch unsere eigenen unternehmerischen Ideen auf eine andere als eine sicherheitsorientierte Grundlage gestellt. Beiden Verführungen konnte ich standhalten.

DAS INVESTMENT: Sie haben Fonds lange nur für Institutionelle aufgelegt. Warum entdecken Sie erst jetzt den Privatanleger?

Jörg Bantleon: Wir brauchen unsere Zeit. Doch gehört es für uns dazu, solche Schritte in aller Ruhe zu prüfen. Bevor wir ein Kundenprodukt machen, setzen wir die Managementmethode mit eigenem Geld um. Ich habe zu Finanzprodukten für Privatanleger eine rigorose Meinung. 

DAS INVESTMENT: Können Sie die näher erläutern?

Bantleon: Eigentlich müssten zunächst alle Finanzprodukte für private Anleger verboten werden. In der Folge sollten nur noch genehmigte Produkte verkauft werden dürfen.

Wenn Sie im Supermarkt einen Liter Milch kaufen, können Sie sicher sein, dass Sie wirklich einen Liter Milch bekommen, der bestimmten hygienischen Kriterien genügt. Diesen Anspruch müssen wir bei Finanzprodukten auch haben. Stattdessen setzen sich trotz der Auswirkungen der Finanzkrise die alten Strukturen wieder durch, die erneut die Werbetrommel für risikoreiche Produkte rühren.

Eins ist doch klar: Finanzielle Altersvorsorge kann nichts mit Risiken zu tun zu haben. Wer spekulieren will, sollte ins Kasino gehen. 

DAS INVESTMENT: Eins muss man aber sehen – in Zeiten des Niedrigzinses sind auch die Anleihenrenditen bescheidener.

Bantleon: Das stimmt. Darum predige ich auch seit jeher, dass wir mit den vom Markt gegebenen Renditen leben müssen. Und derzeit geht natürlich wenig ohne Risiko. Das gilt etwa für den Geldmarkt, aber auch für Anleihen mit langen Laufzeiten. Wir mischen deshalb nur ganz selektiv Risiken bei. 

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