Im Überblick
Jetzt könnte die richtige Zeit für zusätzliche Portfolioinvestitionen in internationale Credits sein. Wir halten „Global Credit“ für stark diversifiziert – nach Ländern, Sektoren und Emittenten mit guten wirtschaftlichen und einzelwertspezifischen Fundamentaldaten. Die Einstiegsrenditen sind hoch, sodass man Aktienrisiken abbauen oder Staatsanleihenportfolios gezielt um risikoreichere Titel ergänzen kann. Bei einer heterogeneren Konjunktur stellen internationale Credits stabile Renditen und ausgewogenere Erträge in Aussicht. Mit aktivem Management kann man die Assetklasse in ihrer ganzen Vielfalt nutzen und schwächere Titel meiden. In dieser Studie analysieren wir fünf Gründe, die unserer Ansicht nach für internationale Credits in aktiv gemanagten Anleihenportfolios sprechen:
- Mehr Stabilität durch Diversifikation nach Regionen, Sektoren und Emittenten
- Eine Assetklasse, die vom Weltwirtschaftswachstum und guten Fundamentaldaten der Unternehmen profitiert
- Laufende Erträge und Ertragspotenzial durch die im Vergangenheitsvergleich noch immer attraktiven Einstiegsrenditen
- Eine Assetklasse, mit der sich Risiken verringern lassen
- Eine Assetklasse, mit der man aber auch gezielt interessante Risiken eingehen kann
1. Internationale Credits haben viel Diversifikationspotenzial
Weltweite Diversifikation scheint wichtiger denn je. Die Risiken sind heute vielfältiger. Anleger stehen vor neuen Herausforderungen wie der unsicheren Weltlage, schwächeren Staatsfinanzen, Handelskonflikten, einer hartnäckigen Inflation, Problemen bei Private Credit, den Folgen des Klima- und des demografischen Wandels. Die Beschränkung auf nur wenige Länder oder Regionen könnte da ein Fehler sein.
Gerade in unsicheren Zeiten, wenn Konjunktur und Geldpolitik heterogener und die USA unberechenbarer werden, dürften sich internationale Credits gut zur Diversifikation von Anleihenportfolios eignen. Durch unterschiedliche Regionen, Sektoren und Emittenten lassen sich Konzentrationsrisiken mindern; das recht große Anlageuniversum ermöglicht diversifizierte laufende Erträge und Renditen. Statt sich von nur einer Volkswirtschaft, einer Notenbank oder einem Markt abhängig zu machen, können Anleger vielfältige Ertragsquellen nutzen und so ihre Portfolios stabilisieren.
Internationale Credits sind von Natur aus stark nach Ländern diversifiziert. Die USA bleiben der wichtigste Markt, allerdings mit einem Indexanteil von deutlich unter 50 Prozent, wesentlich weniger als in internationalen Aktienindizes (Grafik 1). 15 Prozent der Assetklasse entfallen auf den Euroraum, gefolgt von Supranationals und Emerging Markets (11 Prozent).
Grafik 1: Internationale Credits nach Ländern und Regionen
Internationale Credits erweitern das Anlageuniversum deutlich. Sektor- und Kapitalstrukturen sowie Emittentenprofile unterscheiden sich oft von Region zu Region. So sind in den USA Kommunikations- und Gesundheitswerte, aber auch große Industrieunternehmen stark vertreten. Europa wiederum bietet interes sante Finanz- und Versorgerwerte sowie ausgewählte andere Investmentgrade-Emittenten. Kanada und andere Industrieländer können für noch mehr Vielfalt sorgen. Diese Marktbreite ist wichtig, weil Diversifikation bei Credits nicht nur etwas mit der Länderstruktur zu tun hat. Vielmehr gilt es, eine zu starke Konzentration bestimmter Sektoren, Geschäftsmodelle oder Refinanzierungsrisiken zu vermeiden. Mit einem aktiv gemanagten inter nationalen Credit-Mandat können Anleger ihre Überzeugungen auf vielfältigere Weise umsetzen und flexibel in Titel mit einem attraktiveren Risiko-Ertrags-Profil umschichten. 15,9% des Index entfallen auf Bankwerte, gefolgt von Supranationals mit 10,1%, Versorgern mit 7,6% und anderen Finanzdienstleistern mit 6,8%. Interessant ist, dass Technologiewerte nur 3,8% Anteil am Index haben.
Und vor allem: Wir glauben, dass sich das Diversifikationspotenzial internationaler Credits am besten mit aktivem Management nutzen lässt. Eine passive Anlage mag ebenfalls vielfältig sein, aber mit einem aktiven Ansatz kann man länderspezifische Fundamentaldaten besser nutzen. Man kann Währungsrisiken absichern, die Marktliquidität berücksichtigen und auf emittentenspezifische Risiken reagieren. Gerade jetzt, wo die Weltkonjunktur weniger synchron ist und sich die einzelnen Sektoren und Emittenten oft sehr verschieden entwickeln, können aktive Einzelwertauswahl und dynamische Asset-Allokation in einem vielfältigen Anlageuniversum für echte Diversifikation sorgen – statt einfach nur in mehr unterschiedliche Risiken zu investieren.
2. Ein gutes Makroumfeld für internationale Credits
Die Weltwirtschaft bleibt stabil. Für risikobehaftete Titel wie Credits ist das unserer Ansicht nach gut. Einstweilen scheint die schwierige Weltlage dem Weltwirtschaftsausblick noch nicht sehr geschadet zu haben (Grafik 2). In vielen Ländern stabilisieren Konsumfreude, ordentliche Unternehmensgewinne und hohe private Investitionen die Konjunktur. In den Industrieländern scheinen vor allem die USA, Deutschland und Kanada wesentlichen Anteil daran zu haben, während in den Emerging Markets vor allem Brasilien, Indien, Korea und Mexiko für Wachstum sorgen.