„She Speaks Finance“ mit Anne Connelly „Anfangs bist Du als Frau für viele erstmal nettes Beiwerk“

Anne Connelly
Anne Connelly: „Nutzt eure Intuition. Und wenn ihr merkt, das war nicht in Ordnung und das ist kein cooler Spruch, dann sagt genau das.“
© Anne Connelly
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.

Externen Inhalt einmal anzeigen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das ist Anne Connelly 

Anne Connelly ist seit 30 Jahren in der Finanzbranche tätig. Zu Beginn arbeitete sie viele Jahre bei Pioneer Investments, heute bekannt als Amundi. Später wurde sie Geschäftsführerin beim Analysehaus Morningstar für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Vor ein paar Jahren wechselte sie die Seiten, wurde Start-up-Unternehmerin und gründete die Frauennetzwerke Hermoney und Fondsfrauen, das größte Frauen-Karriere-Netzwerk in der deutschsprachigen Finanzbranche.  

Annes Weg in die Finanzbranche  

„Mein Opa war schon Banker bei der Sparkasse und meine Mutter in der Versicherungsbranche tätig. Es ist mir also zwar ein bisschen in die Wiege gelegt worden, war im Kern aber nicht absehbar, dass ich in der Finanzbranche Karriere mache oder dass das meine Leidenschaft wird“, erzählt Anne. „Ich bin da eigentlich erst über Umwege hineingeraten, weil ich mich in meiner Zeit in den USA, Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre blind bei einem Unternehmen namens Pioneer beworben hatte. 

Da habe ich dieses Vorstellungsgespräch bekommen und dann dachte ich, ich sollte vielleicht mal schauen, was die genau machen. Investmentfonds heißt auf Englisch mutual fund. Da dachte ich: What the hell! Und dann bin ich an einen für eure Generation unbekannten Ort gegangen, wo man sich aus fetten Büchern schlaumachen kann. Was ist denn dieses Mutual-Fund-Ding? Das habe ich mit meinem damals noch nicht so perfekten Englisch nur so halb verstanden. Aber dann hat man mir im Vorstellungsgespräch erklärt, um was es sich handelt und dann dachte ich: Geil, warum hat mir eigentlich mein Opa, der Sparkassen-Banker, nie von so tollen Sachen erzählt? Man hat mich dann eingestellt, weil man eben sagte, das, was Du wissen musst über Fonds und die Börse, bringen wir Dir bei. 

 

Und so war's dann auch. Ich habe dieses Traineeprogramm bei Pioneer gemacht und war gleich infiziert mit dem Börsenvirus und fand es total spannend. Mir hat der Alltagsbezug gefallen. Das glaube ich, denken viele Frauen nicht, wenn es um Geld geht. Börse ist irgendwie etwas Böses und weit weg und geht mich nichts an und das habe ich überhaupt nicht so empfunden. Ich fand das und finde das bis heute spannend. So bin ich in die Finanzbranche gekommen und tja, was soll ich sagen, 30 Jahre später sitze ich immer noch hier.“

Anne über den Umgang mit Frauen in der Finanzbranche

„Wenn Du als junge Frau in ein Unternehmen kommst, merkst du erstmal nicht, dass Du anders behandelt wirst. Am Anfang bist Du nicht bedrohlich, weil Du eine junge Frau bist, vielleicht, wie in meinem Fall, auch noch blond und schlank. Dann bist Du erst mal ein nettes Beiwerk für viele. Und dann wird man vielleicht auch nicht so wahnsinnig ernst genommen. Wenn Du dann allerdings die Karriereleiter ein bisschen hochkletterst, wie ich es getan habe, dann fangen viele an, mit härteren Bandagen zu kämpfen. 

Hier kannst du „She Speaks Finance“ auf Spotify hören

Hier kannst du „She Speaks Finance“ auf Apple Podcasts hören

Und dann brauchst Du natürlich ein bisschen, um zu checken, wer eher ein Unterstützer von Dir ist oder ein Verhinderer. Die begegnen Dir auch. Aber ich muss sagen, ich habe mehr Förderer als Verhinderer gefunden. Sonst säße ich heute nicht hier. Aber ich bin jetzt auch keine Frau, die sich da unbedingt ins Bockshorn jagen lässt.  

Previous
1/2
Next
Auch interessant
Podcast „She Speaks Finance“ „Für Kryptos muss man ein bisschen verrückt sein“
Katja Eckardt, besser bekannt als Finanzdiva, gibt in der sechsten Folge des...
Podcast „She Speaks Finance“ „Beim Wohnungskauf zuerst das Gespräch mit der Bank führen“
In der sechsten Folge von „She Speaks Finance“ spricht „Mrs. Property“ Maike...
Vorurteile zu Immobilienkäufen im Schnellcheck „Immobilien funktionieren nicht nur in Berlin oder München“
Als Immobilienbesitzer ist man gebunden und Wohnungen, die nicht in einem Szeneviertel...
Mehr zum Thema
Kristina Bambach, Portfoliomanagerin von Eyb & Wallwitz, Porträtfoto
Kristina Bambach im Interview „Finanzen werden in der Erziehung oft den Jungs zugeordnet"
In der neuen Folge von „She Speaks Finance“ sprechen Christin und...
Kristina Bambach, Eyb & Wallwitz, Porträtfoto
Kristina Bambach im Podcast „She Speaks Finance“ „Jeder definiert Nachhaltigkeit anders“
Wirklich nachhaltig zu investieren ist eine hohe Kunst, da sich die Vorschriften...
Jenny Dressel von „Aktien für Frauen“
Jenny Dressel im Interview „Kleine Investments lohnen sich gar nicht? So ein Quatsch“
In der dritten Folge von „She speaks Finance“ sprechen Christin und Barbara...
Hier findest du uns