Apple ohne Jobs: Wie es weitergeht

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DAS INVESTMENT.com: Steve Jobs ist letzte Nacht verstorben. Wie konnte der Mann eine Marke werden?

Frederic Fayolle: Er war ein Produktgenie und wusste, was die Verbraucher wollen. Zudem war er stark im Vertrieb, hatte tiefe Kenntnisse der Technik sowie vom Design und war eloquent und charismatisch im Umgang mit der Presse und Öffentlichkeit. Er war ein Detailversessener, der sich sogar um die Gestaltung der Apple-Stores kümmerte. Ein Allrounder auf ganz hohem Niveau.

DAS INVESTMENT.com: Hat der Tod Einfluss auf die Unternehmensführung?

Fayolle: Kurz- und mittelfristig nicht. Dafür läuft die Produktentwicklung und –planung bei Apple viel zu weit im Voraus. Das, was an Hard- und Softwareprodukten in den nächsten Jahren auf den Markt kommt, steht schon fest und wird bereits entwickelt. Daher sind die Märkte derzeit nicht besorgt, dass Jobs ein Loch als Ideengeber reißen könnte.

DAS INVESTMENT.com: Und langfristig? Kann die Lücke gefüllt werden?

Fayolle: Das wird man sehen. Da Apple sehr geheimnistuerisch mit seiner Produktplanung ist, weiß der Markt bisher nichts über die langfristige Planung nichts. Mit Tim Cook ist seit August ein sehr fähiger Mann Steve Jobs als CEO gefolgt. Auch in den Sparten Design und Technologie hat Apple sehr fähige Leute. Einen weiteren Steve Jobs wird es aber nicht geben, er war einmalig.

Hintergrund: Steve Jobs war lange Jahre Ideengeber und Marketing-Maschine beim Computer- und Unterhaltungselektronikhersteller Apple. Er war das Gesicht des iKonzerns schlechthin. Erst Ende August trat er von seinem Posten als Geschäftsführer (CEO) aus gesundheitlichen Gründen zurück, blieb dem Unternehmen aber als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten.

Schon damals hatten viele Marktbeobachter geunkt, seinen Posten könnte niemand adäquat ausfüllen, da er zu wichtig als Ideengeber und Visionär für Apple sei. Mit Steve Jobs an der Spitze hat Apple nicht nur Millionen von Konsumenten, sondern auch zahlreichen Aktionären und Fondsmanagern Freude bereitet: Ende 2003 notierte die Aktie bei gerade einmal knapp 11 Dollar. Seitdem hat sie sich das Papier mehr als verdreißigfacht.

Es stellt sich die Frage, ob der Tod des Apple-Gründers mittel- und langfristig Auswirkung auf die Apple-Aktie und damit auf zahlreiche Konsum- und Technologiefonds haben wird. Nach seinem Abtritt als CEO am 25. August 2011 hatten die Märkte noch gelassen reagiert, unter anderem weil Jobs in den Aufsichtsrat aufrückte und dem Unternehmen damit erhalten blieb. Zu einem Kurseinbruch war der Apfel-Aktie war es nicht gekommen.

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