Aragon: Mehr als 3 Millionen Euro Verlust

Aragon schließt die Anfang April angekündigte Kapitalerhöhung ab. Das Unternehmen konnte alle 3,6 Millionen Anteilscheine platzieren und nahm dadurch brutto 9 Millionen Euro ein. Dieses Geld ist auch dringend nötig: Der Finanzdienstleister schloss das Geschäftsjahr 2012 mit einem Millionenverlust ab.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank auf -1,3 Millionen Euro (Vorjahr: 3,4 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf -3,3 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern fiel auf -9,3 Millionen Euro.

Schuld an den Verlusten sind laut Aragon vor allem Effekte aus Unternehmensverkäufen (Clarus, Inpunkto), Wertberichtigungen auf latente Steuern, Verluste aus einem Zinssicherungsgeschäft und Migrationskosten bei der Tochtergesellschaft Finum Private Finance, die zusammen Einmalbelastungen in Höhe von rund 10 Millionen Euro versursacht haben. Bereinigt um die Sondereffekte liegt das operative Ergebnis (EBIT) bei -1,8 Millionen Euro. Der Nachsteuergewinn aus fortgeführten Aktivitäten beträgt -2,4 Millionen Euro.

Durch die Kapitalerhöhung, bei der alle 3,6 Millionen Anteilscheine platziert werden konnten, fließen Aragon brutto 9 Millionen Euro zu. Damit kann das Unternehmen seine Bankverbindlichkeiten bis auf rund 1 Million Euro zurückzahlen. Die Zeichnung von drei Investoren, die eine wesentliche Beteiligung an der Gesellschaft erwerben, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Diese wird im Laufe der nächsten zwei Wochen erwartet.

Das Eigenkapital von Aragon reduzierte sich zum Jahreswechsel auf 35,3 Millionen Euro gegenüber 48 Millionen Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote sank damit von 39,4 auf 37,5 Prozent. Nach der Rückführung von 6 Millionen Euro Fremdkapital im Februar und nach erfolgter Kapitalerhöhung erwartet das Unternehmen zum Halbjahr eine Eigenkapitalquote von über 40 Prozent.

Des Weiteren gibt Aragon eine Änderung der strategischen Ausrichtung bekannt. Das Unternehmen wird sich künftig auf das Segment Broker Pools und auf Finanzvertriebe mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz konzentrieren. Im Bereich Broker Pools betreibt Aragon künftig das Geschäft über Jung, DMS & Cie. sowie BIT Treuhand. Im Bereich Finanzberatung werden die Leistungen über die Finum Private Finance sowie über Compexx Finanz angeboten.

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