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Arbeitnehmer-Umfrage: Keine Ahnung von der bAV

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Der Markt für die bAV-Produkte scheint gesättigt zu sein. 62 Prozent der Deutschen sind bereits über ihre Firma altersversichert, aber nur die wenigsten (8,6 Prozent) planen einen Neuabschluss. Dies geht aus einer Studie von „FTD –Executive Research“ im Auftrag der Gothaer Lebensversicherung hervor. Grundlage für die Studie ist eine repräsentative Befragung von TNS Infratest Sozialforschung unter 1.000 Arbeitnehmern.

Am besten versichert sind die Beschäftigten aus dem Industrie-Sektor: 71,8 Prozent von ihnen zahlen in ein bAV-Produkt ein. Handwerk hingegen bildet mit 50,7 Prozent der bAV-Versicherten das Schlusslicht.

Bei den Altersgruppen sind die 14- bis 39-Jährigen die größten bAV-Muffel: Nur 57 Prozent von ihnen haben einen Altersvorsorge-Vertrag über den Arbeitgeber abgeschlossen.

Zwei Drittel der Unter-40-Jährigen wissen nicht, dass sie ein Recht auf bAV haben

Eine Erklärung für die mangelnde Akzeptanz der betrieblichen Altersvorsorge bei den jungen Menschen sehen die Forscher in den besonders großen Wissenslücken dieser Altersgruppe. So wissen 60 Prozent der 14-39-Jährigen nicht, dass die bAV bei einer Unternehmensinsolvenz gesichert ist. 45 Prozent sind sich bei der Übertragbarkeit nach einem Firmenwechsel unsicher. Und lediglich jeder Dritte weiß, dass er ein Recht auf eine bAV hat.

Neben Wissenslücken nennen Beschäftigte ein fehlendes bAV-Angebot seitens des Arbeitgebers, zu hohe Kosten oder eine bereits ausreichende Vorsorge als Hauptgründe, in Sachen bAV nicht aktiv zu werden. Trotz gesetzlicher Pflicht bieten viele Unternehmen ihren Arbeitnehmern gar keine bAV an. Das gilt für 45 Prozent der Betriebe im Osten und für 36 Prozent der Dienstleistungsbetriebe.

10 Prozent der Betriebe bieten prinzipiell keine bAV an

Auf konkrete Nachfrage der Arbeitnehmer haben nur 30 Prozent der Unternehmen eine bAV angeboten, 10 Prozent der Betriebe wollen prinzipiell keine bAV anbieten. Viele Arbeitnehmer, vor allem die Besserverdienenden (40 Prozent), halten sich für ausreichend versorgt, wenn sie in Rente gehen, so dass ihnen eine bAV nicht nötig erscheint.

Oft scheitert der Abschluss an den Kosten: So würden 86 Prozent der Arbeitnehmer eine bAV abschließen, wenn sich der Arbeitgeber an den Kosten beteiligte.

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