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Fidelity InternationalLesedauer: 6 Minuten
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Corona-Folgen Argumente für eine „K-förmige“ Erholung

Ehemalige Fed-Chefs Alan Greenspan und Ben Bernanke (2013)
Ehemalige Fed-Chefs Alan Greenspan und Ben Bernanke (2013): Der erneute „Fed Put” zur Bewältigung der Corona-Folgen neutralisiert das Risiko an den Märkten. | Foto: imago images / ZUMA Press
Romain Boscher, Fidelity International

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan ist dafür bekannt, dass er die boomenden Märkte während der Dotcom-Blase in den späten 1990er Jahren im „irrationalen Überschwang" sah. Eine Generation später ist dieses Konzept in abgewandelter Form zurückgekehrt – und wird zufällig von der US-Zentralbank selbst befeuert.

Dies ist eng mit einem anderen Begriff verknüpft, der mit Greenspan in Verbindung gebracht wird: dem „Fed Put", der erstmals während des Börsencrashs 1987 geprägt wurde, unter seinem Nachfolger Ben Bernanke aber wieder an Bedeutung gewann. Während Bernankes Amtszeit umschrieb dieser Begriff ein Sicherheitsnetz, bei dem die US-Zentralbank Staatsanleihen zu hohen Preisen ankaufen würde, um den Leitzins zu senken.

Heute kaufen die großen Zentralbanken auf der ganzen Welt eine ganze Reihe von Vermögenswerten in einem fast unvorstellbaren Ausmaß. Eine vergleichbare Erhöhung der Ausgaben lässt sich auch auf finanzpolitischer Seite beobachten, wo steigende Haushaltsdefizite in einigen Fällen die Auswirkungen der Corona-Rezession mehr als ausgeglichen haben. Ein Beispiel sind die vielen arbeitslosen US-Amerikaner, deren Einkommen während des Lockdowns gestiegen ist und damit ihr früheres Arbeitseinkommen übersteigt.

Die Treiber der K-förmigen Erholung

Wir befinden uns in einer absurden Situation, in der konventionelles wirtschaftliches Denken viele der vorherrschenden Trends nicht erklären kann: Null- und Negativzinspolitik, steigende verfügbare Einkommen und wachsende Handelsbilanzdefizite in Rezessionszeiten sowie historische Markthöchststände, während die Gewinne um Rekordmargen schrumpfen. Einige dieser Trends sind vorübergehender Natur, andere werden länger andauern. Doch insgesamt sind sie einmalig und widersprechen dem gesunden Menschenverstand.

Dieser Bullenmarkt, der mit sinkenden Gewinnen einhergeht, wurde durch das Nullzinsumfeld ermöglicht, das die Bewertungen in die Höhe treibt. Aus Angst, etwas zu verpassen, schließen sich die Anleger dem überstürzten Ansturm an, um vom steigenden Markt zu profitieren. Angesichts so niedriger Anleiherenditen glauben viele Anleger, dass es keine Alternative zu einer Allokation in Aktien gibt. Das sind die wichtigsten Rahmenbedingungen am aktuellen Markt, und es ist davon auszugehen, dass dies für einige Zeit so bleiben wird.

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