Artenschutz für Bankanleihen soll fallen

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Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat beschlossen, dass Anleihegläubiger sogenannter systemrelevanter Banken Verluste erleiden sollen, wenn die Bank gerettet werden muss. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Gremium wolle damit vorbeugen, dass sich Investoren besonders auf Anleihen systemrelevanter Banken stürzen, weil sie dort keinen Konkurs zu befürchten hätten.

Unter vielen Investoren ist das gängige Praxis. Sollten solche wichtigen Banken einmal ins Schlingern geraten, springt der Staat ein, um sie zu retten. Für die Gläubiger ist so eine Anleihe damit ein risikofreies Investment ("Free Lunch"). Ein Beispiel ist die Commerzbank, an der sich Deutschland 2009 zu einem Viertel beteiligte. Geht es nach dem FSB, würden die Anleihegläubiger in so einem Fall künftig trotz Überleben der Bank Verluste erleiden. Sollte das so durchgehen, dürften die Kurse solcher Anleihen deutlich nachgeben und die Renditen anziehen. Der Artenschutz wäre fort.

Was eine systemrelevante Bank genau ist, ist leider noch immer nicht genau definiert. Schwammig formuliert: Sie ist so groß und vernetzt, dass sie im Pleitefall das ganze Finanzsystem in den Abgrund reißen kann („Too big to fail“).

Der FSB ist ein Gremium, das die G20-Staaten dabei berät, ihre Finanzsysteme neu zu ordnen und sicherer zu machen. Vorsitzender ist der künftige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi (Foto).

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