Asiatische Nebenwerte

Indische Small Caps unangefochtene Spitze in Asien

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Die globalen Aktienmärkte zeigten sich im Juli sehr unterschiedlich. Die Industriemärkte verzeichneten Zugewinne, während die Schwellenmärkte starke Verluste erlitten. Die deutlichsten Verluste wurden in China, Taiwan, Hongkong und Thailand verzeichnet.

Obwohl Interventionen der chinesischen Behörden den Markt etwas stabilisierten, schloss der MSCI China Index den Juli dennoch mit zweistelligen Verlusten ab. Grund waren die Besorgnis über das Wirtschaftswachstum und das mangelnde Vertrauen in den A-Aktien-Markt. Die Sorge über das Wachstum Chinas verstärkte die Sorge im Zusammenhang mit den Rohstoffpreisen und Währungsbewegungen in einer Reihe anderer asiatischer Schwellenmärkte.

Taiwan war von der Schwäche mehrerer Technologietitel betroffen sowie von der Sorge über einen Einkaufsmanagerindex (PMI), der unter 50 lag. Dies signalisiert eine Kontraktion. Thailand meldete eine Mäßigung des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal als Folge der weiterhin rückläufigen Exporte. Die Märkte in Südkorea, Singapur und Indonesien gerieten ebenfalls unter Druck, wenn auch weniger stark.

Indien wächst dank technologischem Fortschritt kräftiger als Industrieländer

Demgegenüber übertrafen indische Small-Cap-Aktien vergleichbare regionale Werte. Auch indische Aktien von Unternehmen mit höherer Kapitalisierung verzeichneten einen robusten Zugewinn. Hintergrund waren Meldungen über Kapitalinjektionen in die Banken des Landes, eine Klärung der Situation bezüglich Kapitalertragssteuern sowie Erwartungen einer Zinssenkung durch die Notenbank. Die Philippinen verzeichneten ebenfalls einen geringen Zugewinn.

Die Wirtschaft in asiatischen Ländern wie Südkorea, China und Indien ist in den letzten Jahren tendenziell kräftiger gewachsen als in Industrieländern. Dieser Trend dürfte sich unseres Erachtens fortsetzen. Rasante technologische Fortschritte haben dazu beigetragen, den Wachstumsschub zu verstärken.

Wirtschaftswachstum wird sich in Unternehmenserträgen widerspiegeln

Unserer Meinung nach sind die demografischen Trends ein weiterer wichtiger Grund für dieses Wachstum. Acht der zehn bevölkerungsreichsten Länder der Welt sind Schwellenländer. Die Schwellenmärkte China und Indien sind nach Bevölkerungszahl mit jeweils insgesamt über einer Milliarde Menschen die größten Länder der Welt. In Schwellenländern dominieren außerdem jüngere Altersgruppen die Bevölkerungen. Demgegenüber finden sich in vielen Industrieländern alternde Bevölkerungen.

Obwohl Wachstum und die Aktienmarktentwicklung bisweilen voneinander abweichen, glauben wir nach wie vor, dass Wachstum zählt. Denn Unternehmenserträge sind vom allgemeinen Wirtschaftswachstum abhängig. Das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr weist zwar nicht unbedingt eine gesteigerte Performance im Aktienmarkt aus. Ein sich im Laufe der Zeit verbesserndes Wachstum dürfte sich aber in den Unternehmenserträgen niederschlagen.

Der Markt tendiert zu einem zukunftsgerichteten Denken, während Wirtschaftsstatistiken die Vergangenheit wiedergeben. Das führt manchmal zu Unstimmigkeiten. In Phasen, in denen die Märkte unpopulär sind, suchen wir deshalb nach Anlagen, die unseres Erachtens gegenüber ihrem wahren Potenzial unterbewertet sind.

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