Asien, Aktien, Alaaf: Wie geht es mit China, Indien und Vietnam weiter?

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DAS INVESTMENT.com: China, Indien und Vietnam. Spannender geht es ja kaum. Könnte man Sie mit einem Deutschland-Österreich-Schweiz-Fonds, kurz Dös, locken?

Sarkar: Nein, vielen Dank. Ich bin gern in Hongkong. Ich war erst letztens in Deutschland beim Fondskongress in Mannheim, und nun habe ich eine Grippe.

DAS INVESTMENT.com: Nach einem massiven Absturz 2008 haben sich die asiatischen Märkte im vergangenen Börsenjahr enorm erholt. Ihr Fonds stieg um über 100 Prozent. Gibt es in China, Indien und Vietnam nur volle Kraft rückwärts oder vorwärts?
Sarkar: Langfristig betrachtet, ging es ja in Summe nur vorwärts. Vielerorts gibt es leider immer noch den Irrglauben, dass Länder, die den Status einer Industrienation noch nicht erreicht haben, ein ungleich höheres Aktienmarktrisiko darstellen. Das ist Blödsinn. Aber wenn die Börsen einknicken, flieht das Geld immer sehr schnell aus den Schwellenländern. Allein dieser Begriff ist schon unsäglich. Denn wo, wenn nicht in Asien, sind denn die globalen Wachstumszentren?

DAS INVESTMENT.com: Sind Sie ein Freund der Abkoppelungstheorie, wonach die Schwellenländer zunehmend unabhängiger von den Problemen der etablierten Volkswirtschaften werden?

Sarkar: Das ist doch längst keine Theorie mehr, sondern Praxis. Wachstum, Konsum und Verschuldung der asiatischen Länder stehen doch in einem vollkommenen Gegensatz zur westlichen Welt. Und daher merken wir auch einen Paradigmenwechsel unter Investoren. Die besagte Risikoaversion nimmt ab. Es sind nicht nur Schwellenländer-Fans, die die Märkte erneut entdecken. Es ist das Kapital großer internationaler Investoren, Pensionskassen und globaler Fonds. Leute, die vor wenigen Jahren noch einen großen Bogen um Schwellenländer Asiens, Osteuropas und Lateinamerikas gemacht haben, kommen jetzt an die Märkte. Nicht, um kurzfristig und taktisch zu handeln, sondern es werden langfristige und strategische Entscheidungen getroffen. Europa und die USA haben das Geld, Asien die Produktivität. Beide Seiten können nur gewinnen.

DAS INVESTMENT.com: Geteilter Meinung sind Experten, ob in China eine Immobilienblase droht.

Sarkar: Diese Entwicklung muss differenziert betrachtet werden. Es gibt Preissteigerungen von teilweise über 8 Prozent. Die finden jedoch nur in den Ballungszentren von Peking und Shanghai und den von Ausländern geschätzten Vierteln statt. Das ist ja eine recht normale Entwicklung, wie sie in jeder Metropole stattfindet. In der Breite findet in China keine beängstigende Entwicklung statt. Und selbst wenn, wäre es zu verschmerzen. Die Chinesen haben eine Sparquote von 40 Prozent. Für Immobilien werden kaum Kredite oder Hypotheken aufgenommen. Und eine Blase durch gespartes Kapital ist deutlich besser zu verkraften, als durch geliehenes.