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in Die Spezialisten für globale GeldanlageLesedauer: 8 Minuten
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Insgesamt 4,8 Milliarden Verbraucher Jenseits von China: Welche asiatischen Volkswirtschaften jetzt für die Kapitalanlage interessant sind

Finanzdistrikt von Singapur
Finanzdistrikt von Singapur: Viele Anleger ziehen eine taktische Untergewichtung Chinas in Erwägung. | Foto: Imago Images / Peter Widmann
Marcus Weyerer

Asien, ein Kontinent, der für Vielfalt, Dynamik und wirtschaftlichen Aufstieg steht, hat sich zu einem Brennpunkt für globale Investoren entwickelt, die in einer sich wandelnden Finanzlandschaft nach Chancen suchen. Mit der Vielfalt an Kulturen, Volkswirtschaften und geopolitischen Verflechtungen steht Asien für Wachstum, Innovation und erhebliche Bevölkerungsdynamik. Für das Jahr 2024 erwartet der Internationale Währungsfonds beispielsweise für Indien ein Wirtschaftswachstum von 6 Prozent und für einige ASEAN-Volkswirtschaften von über 5 Prozent, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von 3,1 Prozent (Quelle: Internationaler Währungsfonds, 2024). Für Anleger gewinnt eine bemerkenswerte strategische Veränderung an Bedeutung: Der Ausschluss Chinas von asiatischen Aktienanlagen.

Die Gründe für die strategische Ausklammerung Chinas aus den Anlageportfolios beruhen auf der zunehmenden Anerkennung des wirtschaftlichen und politischen Gewichts Chinas auf der Weltbühne sowie den daraus resultierenden besonderen Herausforderungen und Chancen. Wir konzentrieren uns auf vier wichtige Aspekte: Verbesserte Diversifizierung, geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität, den aktuellen taktischen Umgang mit China und ein verstärktes Engagement in kleineren, aber dynamischen asiatischen Volkswirtschaften.

Grafik 1: 2013 gegenüber 2024: Gewichtung in einem hypothetischen FTSE All Asia Index* (in Prozent)

Daten ab dem 1. März 2024. Quellen: FTSE 2023, Bloomberg und Franklin Templeton. *Hypothetisch – die angegebenen Gewichte wurden auf der Grundlage des FTSE All World Index berechnet, ein FTSE All Asia Index ist nicht auf dem Markt. Indizes werden nicht verwaltet und man kann nicht direkt in einen Index investieren. Wichtige Hinweise und Bedingungen der Datenanbieter finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

Verbesserte Diversifizierung

Der Aufstieg Chinas in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die wirtschaftliche Entwicklung in Asien entscheidend geprägt. Angesichts seines schnellen Wachstums, seiner technologischen Fortschritte und seiner strategischen Bedeutung mussten die Anleger ihre Allokation in den Schwellenländern und insbesondere in Asien überdenken. Traditionell wurde Japan in den meisten Asien-Indizes nicht berücksichtigt, zum Teil aufgrund seiner dominierenden Marktkapitalisierung, aber auch um den wirtschaftlichen Besonderheiten Japans Rechnung zu tragen. Derzeit macht Japan etwa 41 Prozent eines All-Asia-Index aus. Das sind zwar 7 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch zu viel für das Verständnis der meisten Anleger von einer gut diversifizierten Allokation. Das Gewicht Chinas hat sich derweil von 9 auf 16 Prozent erhöht (Quelle: FTSE, Franklin Templeton, 2023, basierend auf dem FTSE All World Index).

 

Da die meisten Anleger Japan in der Praxis bereits separat allokieren, liegt Chinas Gewicht in den Allokationen außerhalb Japans bei teils über 30 Prozent. Auch in den Schwellenländerindizes macht das Land mehr als ein Viertel aus (Quelle: FTSE, Franklin Templeton). Die Anleger fühlen sich zunehmend unwohl angesichts des übergroßen Einflusses eines einzelnen Marktes, unabhängig von ihrer aktuellen taktischen Einschätzung des Landes.

Aus Sicht der Portfoliokonstruktion und -diversifizierung erscheint es sinnvoll, Engagements in Asien (ohne Japan) oder in den Schwellenländern weiter zu disaggregieren und die Allokationen in China separat zu verwalten – zum Beispiel mit einzelnen Schwellenländer-ETFs. Die Entscheidung, sowohl Japan als auch China strategisch auszuschließen, trägt dem potenziellen Konzentrationsrisiko Rechnung, das mit Wirtschaftsgiganten verbunden ist.

Geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität

Die geopolitischen Spannungen nehmen seit Jahren zu, und die Beziehungen zwischen den USA und China stehen aufgrund einer Vielzahl von Problemen unter starkem Druck. Die Anleger sind auch vor Risikoszenarien auf der Hut, die vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine irrelevant oder zumindest weit hergeholt schienen. In jüngster Zeit gab es Anzeichen für eine zaghafte Annäherung zwischen Washington und Peking, doch angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen im November sind die Erwartungen an eine umfassende Einigung über die zahlreichen Differenzen zwischen den Supermächten weiterhin gering.