Marcus Weyerer

Asien, ein Kontinent, der für Vielfalt, Dynamik und wirtschaftlichen Aufstieg steht, hat sich zu einem Brennpunkt für globale Investoren entwickelt, die in einer sich wandelnden Finanzlandschaft nach Chancen suchen. Mit der Vielfalt an Kulturen, Volkswirtschaften und geopolitischen Verflechtungen steht Asien für Wachstum, Innovation und erhebliche Bevölkerungsdynamik. Für das Jahr 2024 erwartet der Internationale Währungsfonds beispielsweise für Indien ein Wirtschaftswachstum von 6 Prozent und für einige ASEAN-Volkswirtschaften von über 5 Prozent, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von 3,1 Prozent (Quelle: Internationaler Währungsfonds, 2024). Für Anleger gewinnt eine bemerkenswerte strategische Veränderung an Bedeutung: Der Ausschluss Chinas von asiatischen Aktienanlagen.

Die Gründe für die strategische Ausklammerung Chinas aus den Anlageportfolios beruhen auf der zunehmenden Anerkennung des wirtschaftlichen und politischen Gewichts Chinas auf der Weltbühne sowie den daraus resultierenden besonderen Herausforderungen und Chancen. Wir konzentrieren uns auf vier wichtige Aspekte: Verbesserte Diversifizierung, geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität, den aktuellen taktischen Umgang mit China und ein verstärktes Engagement in kleineren, aber dynamischen asiatischen Volkswirtschaften.

Grafik 1: 2013 gegenüber 2024: Gewichtung in einem hypothetischen FTSE All Asia Index* (in Prozent)

Daten ab dem 1. März 2024. Quellen: FTSE 2023, Bloomberg und Franklin Templeton. *Hypothetisch – die angegebenen Gewichte wurden auf der Grundlage des FTSE All World Index berechnet, ein FTSE All Asia Index ist nicht auf dem Markt. Indizes werden nicht verwaltet und man kann nicht direkt in einen Index investieren. Wichtige Hinweise und Bedingungen der Datenanbieter finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

Verbesserte Diversifizierung

Der Aufstieg Chinas in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die wirtschaftliche Entwicklung in Asien entscheidend geprägt. Angesichts seines schnellen Wachstums, seiner technologischen Fortschritte und seiner strategischen Bedeutung mussten die Anleger ihre Allokation in den Schwellenländern und insbesondere in Asien überdenken. Traditionell wurde Japan in den meisten Asien-Indizes nicht berücksichtigt, zum Teil aufgrund seiner dominierenden Marktkapitalisierung, aber auch um den wirtschaftlichen Besonderheiten Japans Rechnung zu tragen. Derzeit macht Japan etwa 41 Prozent eines All-Asia-Index aus. Das sind zwar 7 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch zu viel für das Verständnis der meisten Anleger von einer gut diversifizierten Allokation. Das Gewicht Chinas hat sich derweil von 9 auf 16 Prozent erhöht (Quelle: FTSE, Franklin Templeton, 2023, basierend auf dem FTSE All World Index).

 

Da die meisten Anleger Japan in der Praxis bereits separat allokieren, liegt Chinas Gewicht in den Allokationen außerhalb Japans bei teils über 30 Prozent. Auch in den Schwellenländerindizes macht das Land mehr als ein Viertel aus (Quelle: FTSE, Franklin Templeton). Die Anleger fühlen sich zunehmend unwohl angesichts des übergroßen Einflusses eines einzelnen Marktes, unabhängig von ihrer aktuellen taktischen Einschätzung des Landes.

Aus Sicht der Portfoliokonstruktion und -diversifizierung erscheint es sinnvoll, Engagements in Asien (ohne Japan) oder in den Schwellenländern weiter zu disaggregieren und die Allokationen in China separat zu verwalten – zum Beispiel mit einzelnen Schwellenländer-ETFs. Die Entscheidung, sowohl Japan als auch China strategisch auszuschließen, trägt dem potenziellen Konzentrationsrisiko Rechnung, das mit Wirtschaftsgiganten verbunden ist.

Geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität

Die geopolitischen Spannungen nehmen seit Jahren zu, und die Beziehungen zwischen den USA und China stehen aufgrund einer Vielzahl von Problemen unter starkem Druck. Die Anleger sind auch vor Risikoszenarien auf der Hut, die vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine irrelevant oder zumindest weit hergeholt schienen. In jüngster Zeit gab es Anzeichen für eine zaghafte Annäherung zwischen Washington und Peking, doch angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen im November sind die Erwartungen an eine umfassende Einigung über die zahlreichen Differenzen zwischen den Supermächten weiterhin gering.

Abgesehen von den Tail-Risk-Ereignissen sollten sich die Anleger in den kommenden Jahren auf wiederkehrende Volatilitätsschübe einstellen, die nicht von der Wirtschaft, sondern von der geopolitischen Nachrichtenlage bestimmt werden. In einem solchen Umfeld wird sich das Konzept der Disaggregation unserer Meinung nach sowohl bei kurzfristigen Händlern als auch bei strategischen Anlegern immer mehr durchsetzen.

Grafik 2: Länderengagements in verschiedenen Strategien, relative Gewichtung (in Prozent)

März 2024

Quelle: Stand der Daten: März 2024. Quellen: FTSE 2023, Bloomberg und Franklin Templeton.

Taktischer Umgang mit China

Die Wertentwicklung chinesischer Aktien in den vergangenen fünf Jahren war von ausgeprägten Höhen und Tiefen geprägt. Der FTSE Asia ex Japan ex China Index übertraf sein Pendant Asia ex Japan über fünf Jahre um 30 Prozentpunkte, über drei Jahre um 23 Punkte und seit Jahresbeginn um einen Punkt (Quelle: FTSE, 12. Dezember 2023, die verglichenen Indizes sind der FTSE Asia ex Japan ex China Index und der FTSE Asia Pacific ex Japan Australia and New Zealand Index). Wir sehen die langfristigen Chancen Chinas indes weiterhin konstruktiv – es handelt sich um ein Land, das sich in einem mehrjährigen Übergang befindet, der bisweilen schmerzhaft sein wird, aber möglicherweise zu einem nachhaltigeren, wenn auch niedrigeren Wachstum in der Zukunft führen wird.

Viele Anleger sind derzeit eher besorgt über die zahlreichen Herausforderungen und ziehen eine taktische Untergewichtung Chinas in Erwägung – insbesondere angesichts des immer noch dominierenden Gewichts des Landes in den Standardindizes für Asien und die Schwellenländer insgesamt. Das Land befindet sich nicht nur in einem anderen Stadium des Wirtschaftszyklus als viele andere Volkswirtschaften, sondern sein gesamtes Wirtschaftsmodell ist weltweit einzigartig. Für Investoren, die die wirtschaftlichen Aussichten in naher bis mittlerer Zukunft mit einer gewissen Zurückhaltung betrachten, bietet eine Diversifikation ihrer Anlagen außerhalb Chinas, gepaart mit einem umfangreichen Engagement im chinesischen Markt, die Möglichkeit, ihre Portfolios präziser auf ökonomische Prognosen abzustimmen.

 

Verstärktes Engagement in kleineren, dynamischen asiatischen Volkswirtschaften

Asien bietet ein vielfältiges Universum von Volkswirtschaften, die in Anlegerportfolios teils unterschätzt werden. Indien ist eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften mit soliden kurz- und langfristigen Aussichten. Taiwan und Südkorea verfügen über erstklassige technologische Kapazitäten, die auch 2024 noch glänzen könnten, während Hongkong und Singapur zwei der weltweit führenden Finanzzentren sind. Indonesien ist das viertbevölkerungsreichste Land, hat die größte Wirtschaft in Südostasien und verfügt über etwa ein Fünftel der weltweiten Nickelreserven. Das Land schickt sich an, eine Schlüsselrolle in der Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu spielen.

Viele der oben genannten Länder sind gut positioniert, um vom „China-plus-eins“-Ansatz in der Fertigung zu profitieren. Die Umverteilung der Indexgewichte Chinas auf einige dieser Akteure ist nicht nur aus Gründen der Diversifizierung, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.

Die Entscheidung, China aus den Standard-Exposures herauszunehmen, stellt einen neuen Ansatz für die Aktienallokation in Asien dar. Wir sind der Meinung, dass es neben taktischen Erwägungen auch langfristige Argumente gibt, die für diesen Schritt sprechen. Die Bedeutung Chinas als Land und Wirtschaft sowie seine Dominanz in Asien und in den Schwellenländerindizes sprechen für eine gesonderte Betrachtung. Die geopolitischen Spannungen unterliegen Schwankungen, aber das Entstehen einer weiteren Supermacht neben den USA wird anhalten. Chinas Wachstumskurs verlangsamt sich, was damit zusammenhängt, dass es sich zu einem Land mit mittlerem Einkommen entwickelt hat und kurz davor steht, in die Gruppe der Länder mit hohem Einkommen aufzusteigen.

Auch einige seiner unmittelbaren und regionalen Nachbarn nehmen an Fahrt auf. Asien wird als wirtschaftliche Einheit zunehmend das weltweite Wachstum vorantreiben, und viele der Volkswirtschaften bieten Anlegern Chancen, die sich in Standard-Engagements möglicherweise nicht angemessen widerspiegeln.

 

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Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie vor jeder abschließenden Anlageentscheidung den Verkaufsprospekt des OGAW und das Basisinformationsblatt (BiB).

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