Touristen posieren mit einem als Torwächter verkleideten Schauspieler vor dem Gyeongbokgung Palast in Seoul: Der südkoreanische Markt konnte sich im dritten Quartal wesentlich besser behaupten als andere Schwellenmärkte. (Bild: Getty Images)

Touristen posieren mit einem als Torwächter verkleideten Schauspieler vor dem Gyeongbokgung Palast in Seoul: Der südkoreanische Markt konnte sich im dritten Quartal wesentlich besser behaupten als andere Schwellenmärkte. (Bild: Getty Images)

Asien

Small Caps: Auch bei Zinserhöhungen stabil

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Die meisten Industrie- und Schwellenländer wiesen im dritten Quartal erhebliche Verluste auf. Die Märkte Asiens (ohne Japan) entwickelten sich dabei etwas besser als die übrigen Schwellenmärkte. Asiatische Small-Caps entwickelten sich wiederum besser als höher kapitalisierte Werte aus der Region.

Indonesien: Schwächster Markt der Region

Der rohstoffabhängige indonesische Markt war der schwächste in der Region. Er verlor über 30 Prozent in US-Dollar und litt insgesamt unter Sorgen um ein nachlassendes Wachstum in China. Die heimische Finanzindustrie wurde belastet durch die Angst vor schwachem Kreditwachstum und der Gefahr zunehmender fauler Kredite, was höhere Rückstellungen erfordern würde.

Auch Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand zeigten Schwäche. Der indische Markt konnte sich im globalen und regionalen Vergleich dagegen wesentlich besser behaupten. Dies lag vor allem an einer unerwartet starken Zinssenkung und kräftigen Industrieproduktionsdaten im September. Auch Südkorea zeigte sich vergleichsweise robust. Gründe hierfür waren insbesondere eine bessere Entwicklung bei Konsum- und Autowerten sowie Hinweise darauf, dass der Tourismus zunahm, weil Sorgen um den jüngsten Ausbruch des MERS-Virus abflauten.

„Viele Aktienmärkte haben seit Jahren nicht stärker korrigiert“

Unserer Ansicht nach ist der in diesem Jahr allgemein festzustellende Abschwung auf den Schwellenmärkten mehreren Faktoren zuzuschreiben. Viele Aktienmärkte weltweit haben seit mehreren Jahren nicht stärker korrigiert. Dabei waren die Bewertungen in den Vormonaten in etlichen Märkten und Sektoren nach unserem Eindruck allmählich ausgereizt. Das galt vor allem für den Markt für chinesische A-Aktien.

Weitere als ursächlich für den Rückgang der Aktienmärkte angeführte Faktoren waren unter anderem Sorgen um ein nachlassendes Wachstum in China und Ängste vor einer Zinserhöhung in den USA, die die Liquiditätszufuhr drosseln könnte. Es war aber nicht so sehr die Anhebung der US-Zinsen als solche, die die Märkte beunruhigte. Vielmehr ging es um die offene Frage, wann und wie stark die Zinsen heraufgesetzt werden. Die Volatilität könnte zwar zunehmen, sobald die Fed an der Zinsschraube dreht. Doch wir rechnen mit einer gewissen Erleichterung, sobald die Ungewissheit nachlässt.

China und Indien: Besser gerüstet als andere Schwellenländer

Wir glauben, dass die beiden größten Schwellenmärkte, China und Indien, im Vergleich zu anderen Schwellenländern besser für steigende Zinsen in den USA gerüstet sind. Denn sie verfügen über interne Wachstumstreiber, die nicht so stark von den USA abhängig sind. Insbesondere geringer kapitalisierte Unternehmen sind stärker vom Inlandskonsum abhängig. Das dürfte sie weniger anfällig machen für Wechselkursvolatilität oder erwartete Zinserhöhungen in den USA. In asiatischen Schwellenländern bietet die Kombination aus rasantem Wirtschaftswachstum, generell soliden Staatshaushalten und starken wirtschaftlichen Fundamentaldaten unseres Erachtens allgemein ein attraktives Umfeld für Aktienanleger.

Das erwartete hohe Wirtschaftswachstum in asiatischen Schwellenländern finden wir nach wie vor attraktiv. Die Wachstumsraten dürften 2015 und darüber hinaus deutlich über den Werten der Industrieländer liegen. Ferner haben viele asiatische Märkte maßgebliche Reformen angekündigt oder eingeleitet, die im Allgemeinen auf die Beseitigung bürokratischer Hürden für das Wirtschaftswachstum, die Förderung des Unternehmertums und mehr Marktdisziplin in ineffizienten Branchen abzielen. Außerdem heben sie mehrheitlich auf eine Umgewichtung der Wirtschaftsaktivität von export- und investitionslastigen Modellen auf verstärkte Konsumorientierung ab.

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