Assenagon-Chefökonom Martin Hüfner Das Produktivitätsparadox

Assenagon-Chefvolkswirt Martin Hüfner. | © Assenagon

Assenagon-Chefvolkswirt Martin Hüfner. Foto: Assenagon

Eines der großen Rätsel der Ökonomie ist das Produktivitätsparadox. Es besagt, dass der technische Fortschritt immer schneller wird, dass die Produktivität der Volkswirtschaft dabei aber nicht mitzieht. Sie nimmt im Gegenteil immer langsamer zu. Der Nobelpreisträger Robert Solow hat das schon vor dreißig Jahren auf die einprägsame Formel gebracht: „Sie können das Computerzeitalter überall sehen, nur nicht in den Produktivitätsstatistiken“.

Das ist ein weltweites Phänomen. Es gilt sowohl für die USA, die durch das Silicon Valley zu einem Treiber der modernen Techniken geworden sind, wie auch für Deutschland, das noch hinterherhinkt. Das veranschaulicht folgende Grafik: Sie zeigt die Entwicklung der Produktivität je Arbeitsstunde in Deutschland in den letzten 25 Jahren. In den 90er Jahren lag die Zuwachsrate noch bei im Schnitt zwei Prozent jährlich, inzwischen ist sie auf unter ein Prozent gefallen.