Die Analysten von Pictet Asset Management bleiben bei der Übergewichtung von Aktien und gehen davon aus, dass Schwellenländeraktien aufgrund weiterer Zinssenkungen und eines gesunden Wirtschaftswachstums ihre Gewinne weiter ausbauen werden.

Asset-Allokation: Aktienrally wird sich fortsetzen, Anleihen könnten schwächeln

Der Start ins Jahr 2026 war für die Investoren geprägt von einer Weltwirtschaft, die durch breit angelegte geldpolitische Impulse und ein robustes Wachstum in den Schwellenländern getragen wird. Vereinzelte Stagflationstrends und geopolitische Bedenken bleiben bestehen, doch insgesamt ist das Umfeld für risikoreiche Anlagestrategien günstig. Daran wird sich auch nach dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA nichts ändern. Wenngleich die Intervention der USA mittelfristig geopolitische Auswirkungen haben dürfte, wird sie unseres Erachtens die Märkte kurzfristig nicht beeinflussen – abgesehen davon, dass sie dem Goldpreis weiteren Auftrieb verleiht.

Wir behalten daher unsere Übergewichtung in Aktien und die Untergewichtung in Anleihen bei.

Unsere Konjunkturzyklus-Analyse zeigt, dass die Weltwirtschaft ein stetiges, wenn auch ungleichmäßiges Wachstum verzeichnet, wobei die Schwellenländer im kommenden Jahr noch schneller wachsen dürften als die Industrieländer.

US-Wachstum unter Konsens: Konsum bremst, Investitionen lassen nach

Unserer Prognose zufolge wird die US-Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen – das ist weniger als vom Konsens geschätzt, der von 2 Prozent ausgeht. Dieser vorsichtige Ausblick spiegelt unsere Erwartung einer Verlangsamung bei den Haushaltsausgaben in den USA wider. Derzeit beobachten wir eine ungewöhnliche Wachstumsdifferenz zwischen Konsum und verfügbarem Einkommen. In den vergangenen zwei Jahren haben die US-Konsumenten ihre Ausgaben um jährlich 2,9 Prozent erhöht, während ihr verfügbares Einkommen nur um 1,8 Prozent gestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass die Haushalte ihre Ersparnisse aufbrauchen, um die höheren Ausgaben zu decken.

Wir gehen davon aus, dass dieser Abstand in den kommenden Monaten kleiner werden wird. Die Verbraucher werden ihre Ausgaben wahrscheinlich einschränken, da die Auswirkungen der Zölle und die Kürzungen der Sozialprogramme das Budget belasten, insbesondere bei den unteren 40 Prozent der Einkommensbezieher. Dieser Druck dürfte die potenziellen Vorteile der von der Trump-Regierung geplanten Steuersenkungen in Höhe von schätzungsweise 200 Milliarden US-Dollar zunichte machen.

Darüber hinaus rechnen wir mit geringeren Investitionsausgaben – Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) haben nach dem Anstieg um 80 Prozent auf Jahresbasis im ersten Quartal 2025 deutlich nachgelassen.

Europa zieht an, Asien stabilisiert sich, Schwellenländer profitieren

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte sich erholen, da die privaten Haushalte überschüssige Ersparnisse abbauen, wohingegen das verarbeitende Gewerbe nur mit Verzögerung auf frühere Zinssenkungen reagieren und sich erholen wird. Allerdings wird es einige Zeit dauern, bis sich die Wirkung der haushaltspolitischen Lockerung, insbesondere in Deutschland, bemerkbar macht.

Japans Wirtschaft dürfte in diesem Jahr moderat, aber in geringerem Tempo wachsen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen hellt sich auf, während ein Haushaltspaket – das größte seit Covid, in Höhe von 3 Prozent des BIP – die Haushalte und strategische Sektoren wie Halbleiter und KI unterstützen dürfte.

Auch China unterstützt die Haushalte mit Maßnahmen in Höhe von 0,5 Prozent des BIP, nachdem die jüngste „Anti-Involutionspolitik“ (staatliche Maßnahmen, die darauf abzielen, den Wettbewerbsdruck in der Gesellschaft zu verringern) das Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und die Binnennachfrage gedämpft haben. Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum Chinas in diesem Jahr mit 4,6 Prozent im Bereich des Potenzials bewegen wird.

Andere Schwellenländer verzeichnen ein breit abgestütztes Wachstum, da eine Kombination aus niedriger Inflation, geldpolitischer Lockerung und steigenden weltweiten Exporten weiterhin Unterstützung bietet. Sie dürften 2026 auch von höheren Rohstoffpreisen profitieren.

Weitere Investmenteinschätzungen aus dem Aktienbarometer von Pictet Asset Management.