In den Portfolioperspektiven. Praxistipps für die Asset-Allokation geht es auch diesmal um wichtige Themen für die Asset-Allokation. Das sind im dritten Quartal 2025:

  • Weniger Dollaranlagen: Der Gegenwind könnte anhalten
  • Achten Sie auf Ihre Benchmark: Überlegungen zur Anpassung der Russell-Indizes
  • Die Bedeutung von Mid Caps für die Asset-Allokation
  • Nachlassende Zinsvolatilität, aber weiter Risiken

Die Marktturbulenzen nach Trumps Zollankündigungen Anfang April ließen schnell nach. Globale Aktien sind jetzt wieder so stabil wie vorher; sie holten die Verluste schnell auf und stiegen auf neue Allzeithochs.

Wir sehen gute Gründe für den Gleichmut der Märkte, auch wenn viele Beobachter zunächst mit ernsthaften wirtschaftlichen Folgen der Trump’schen Zollpolitik rechneten. Doch nach seinen provokanten Äußerungen machte der Präsident bald einen Rückzieher. Offensichtlich ist er doch zu bilateralen Gesprächen mit den wichtigsten Handelspartnern bereit.

Viele Zölle wurden zunächst einmal ausgesetzt, um Zeit für Verhandlungen zu schaffen, und mit Großbritannien und China hat man sich schon geeinigt. Außerdem sind Güter, die unter das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) fallen, von Zöllen weitgehend ausgenommen – ein wichtiger Vorteil für Kanada und Mexiko, zwei der größten US-Handelspartner. Noch fallen weniger als die Hälfte der US-Importe aus diesen Ländern unter den USMCA-Vertrag, doch könnten es bald sehr viel mehr sein. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, etwa Nachweise über die Herkunftsländer der Güter.

 

Schließlich könnten die Zölle auch rein rechnerisch weniger schädlich sein als zunächst vermutet, da sie auf Großhandelsebene gelten. Selbst wenn sie vollständig an die Verbraucher weitergegeben werden, werden die Einzelhandelspreise bei 10 Prozent Zoll nicht um 10 Prozent, sondern eher um 3 bis 5 Prozent steigen. Hinzu kommt, dass sowohl die Gewinnmargen als auch die Konsumnachfrage stabil bleiben, was die Zölle auffangen könnte.

Fed in Wartestellung, internationale Aktien holen auf

Die Fed wartet erst einmal auf belastbare Daten, bevor sie die Zinsen ändert. Die Wachstumsprojektionen wurden zuletzt gesenkt, aber aktuelle Indikatoren sprechen für ordentliches Wachstum. Arbeitsmarkt und Konsum bleiben stark.

Vor allem Aktien aus Europa und Asien ohne Japan konnten kräftig zulegen. Die Bewertungen sind gestiegen. Internationale Aktien notieren jetzt zum 19-Fachen der erwarteten 1-Jahres-Gewinne, bei einem 20-Jahres-Durchschnitt von 16. In Europa waren vor allem Titel aus Deutschland und Spanien stark, auch weil Anleger aus US-Aktien umschichteten.

Im Anleihenbereich fällt auf, dass die amerikanische Zinsstrukturkurve noch steiler geworden ist. Die Kurzläuferrenditen sind seit Jahresbeginn um etwa 70 Basispunkte gefallen, die Langfristrenditen sind gestiegen. Die Kreditbedingungen bleiben insgesamt gut; die Spreadausweitung seit April ist weitgehend wieder wettgemacht.

Weltweit machen sich Anleger noch immer Gedanken über ihre Dollarquote. Sorgen machen das hohe US-Haushaltsdefizit und die wachsende Staatsverschuldung. Zusammen mit der amerikanischen Außenhandels- und Zollpolitik weckt das bei vielen Anlegern Zweifel an der US-Währung.

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