Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender

“Asymmetrische Risikoprofile nutzen” Vertriebsleiter bei Schroders über Cat-Bonds und Liquid Alternatives

Bernd Klapper, Vertriebsleiter bei Schroders

Bernd Klapper, Vertriebsleiter bei Schroders

// //

DAS INVESTMENT.com: Das jüngste Börsen-Beben hat das Thema Volatilität wieder stark ins Bewusstsein breiter Investorenkreise gerückt. Motto: lieber etwas bescheidenere Erträge, dafür aber Ruhe im Depot. Warum plädieren Sie dabei für Liquid-Alternatives-Ansätze? Bernd Klapper: Langfristig zeigt sich, dass Liquid-Alternatives-Beimischungen im Depot das Rendite-Risiko-Profil optimieren können. Wir haben dazu die Rendite und Volatilität verschiedener Mischungsverhältnisse von Aktien, Renten und Hedgefonds über 20 Jahre analysiert. Es zeigte sich, dass die ideale Konstellation jeweils 40 Prozent Aktien und Renten plus 20 Prozent Liquid Alternatives sind. Hier konnte man mehr Rendite bei weniger Volatilität generieren. Gilt das auch für kürzere Zeiträume? Klapper: Da muss man differenzieren. Schaut man sich die Entwicklung etwa seit Jahresbeginn oder bei dem Aktiensturz im August an, gibt es Strategien, die sich bewährt haben wie z. B. der Schroder ISF European Alpha Absolute Return. Langfristig ist die Beimischung von Liquid Alternatives aber in jedem von uns durchgerechneten Szenario von positiver Wirkung. Liquid Alternatives sind aber erheblich erklärungsbedürftiger als etwa ein Plain-Vanilla-Aktienfonds. Wie kann man dem Kunden diese Komplexität haftungssicher vermitteln, ohne ihn dabei zu überfordern? Klapper: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch in der Fondsindustrie nicht. Kein Fonds kann in jeder Marktlage gleichermaßen gut abschneiden. Zum Zweiten sollte der Berater mit den wichtigsten Liquid-Alternatives-Ansätzen, zum Beispiel Long-Short-Strategien, grundlegend vertraut sein, um ihre Zielsetzung erklären zu können. Vor allem sollte er sich fragen, welche Erwartungshaltung der Kunde hat und zu welchem Chance-Risiko-Profil die Liquid-Alternatives-Bausteine passen.  Also ob es zum Beispiel um eher offensive oder defensive Strategien geht? Klapper: Genau. Nehmen wir etwa das offensive Ziel, in Aktien investieren und dabei den MSCI World oder den MSCI Europe langfristig schlagen zu wollen. Oder aber das defensive Ziel, über Absolute-Return-Ansätze in jedem Kalenderjahr einen marktneutralen Ertrag von 2 bis 3 Prozent nach Kosten zu erreichen. Da reden wir über völlig unterschiedliche Strategien und Erwartungshaltungen. Doch in beiden Fällen können Liquid Alternatives helfen. Diese waren anfangs insbesondere im Private Banking, bei Vermögensverwaltern und Family Offices beliebt, um Kundenportfolien optimieren zu können. Jetzt entdeckt aus guten Gründen auch das Retail-Segment das Thema. Wobei aber auch traditionelle Mischfonds in Aussicht stellen, Marktabschwünge abfedern zu können. Klapper: Das stimmt, doch hat sich gerade in den zurückliegenden Wochen gezeigt, dass viele Mischfonds Verluste in der Größenordnung der Aktienmärkte zu beklagen hatten. Liquid-Alternatives-Strategien konnten dagegen vergleichsweise gut gegensteuern, wobei hier die Expertise für die Auswahl der Strategien elementar ist.