Von wegen, alles relativ Auch der absolute Aktienkurs macht was aus

Es ist eine Lektion, die jeder Börseneinsteiger irgendwann mal lernt: Der Preis einer Aktie ist relativ. Relativ zum Unternehmensgewinn, zum Umsatz, zum Buchwert, zum Was-weiß-ich-noch-alles. Nur am Kurs selbst lässt sich nun mal nicht ablesen, ob eine Aktie teuer oder billig ist. Und wie sie sich entwickeln wird.

Wirklich?

Sven Lehmann, Zahlenfreund und Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend (ISIN: LU1499563440), hat sich angesehen, ob das stimmt. Oder anders herum: Ob Aktien mit niedrigem Kurs vielleicht doch besser laufen als jene mit hohem.

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Testobjekte für den Versuch sind Aktien aus USA, Großbritannien, Japan und Eurozone. Für jede Region teilte Lehmann die Aktien monatlich – je nach Höhe ihres Kurses – in zehn gleich große Teile ein. Anschließend verglich er den Ertrag des Mittelwerts des jeweiligen Dezils im kommenden Monat mit dem Mittelwert aller Aktien. Startpunkt seiner Analyse ist der Dezember 1980.

Hier seine Erkenntnisse im Überblick:

  • Tatsächlich laufen Aktien mit niedrigem Kurs besser als Aktien mit hohem Kurs, das Phänomen tritt in allen betrachteten Regionen auf.
  • Trotz zum Teil erheblicher Abweichungen vom Mittel stimmt es sogar, dass eine Aktie im Schnitt umso besser läuft, je niedriger ihr Kurs ist.
  • Im Mittel laufen die Aktien aus dem günstigsten Dezil in allen Regionen am besten – die optisch teuersten Aktien aus Dezil 1 haben sich dagegen am schlechtesten entwickelt.
  • Den Mehrertrag liefern Aktien mit niedrigem Preis meist, wenn der Markt stark steigt.
  • Hoch notierte Aktien laufen dagegen eher bei Markteinbrüchen überdurchschnittlich.

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