Auch für Haftungsdach-Vermittler möglich Wie sich ein eigener Fonds oder eine Vermögensverwaltung auflegen lässt
Beispiel 3: BN & Partners
Axel Rohr ist Vorstand des Vermögensverwalters Reuss Private Deutschland. Eine Schwestergesellschaft ist das Haftungsdach BN & Partners Capital. Es bietet Partnern an, sowohl eigene Fonds zu beraten als auch Vermögensverwaltungsstrategien umzusetzen. Im Zusammenspiel betreuen BN & Partners Capital und Reuss Private Deutschland aktuell 25 Fonds mit mehr als einer Milliarde Euro Gesamtvolumen und rund 70 von Vermittlern aufgelegte standardisierte Vermögensverwaltungen.
Abgeltungssteuer war der erste Auslöser
Die Nachfrage konkret nach Fonds-Advisory ist laut Rohr erstmals 2008/2009 aufgekommen, Auslöser war die Einführung der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Damals sei es vorrangig darum gegangen, Kunden günstige Steuerbedingungen zu sichern. Denn Fonds, von denen Anleger bereits Anteile besaßen, wurden von der neu eingeführten Steuer befreit. Wie im gesamten Markt hätten auch vieleHaftungsdachvermittler von BN & Partners ihre Anlagestrategien daraufhin in eine Fondshülle verpackt.
Seit gut zwei Jahren nehmen Rohr und seine Kollegen abermals ein steigendes Interesse an Fonds-Advisory wahr. Während in den ersten Jahren eher die angebundenen Vermittler mit dem Wunsch an das Haftungsdach herangetreten seien, kämen heutige Anfragen überwiegend von außerhalb. Darunter von einer wachsenden Zahl gestandener Fondsmanager größerer Gesellschaften, die sich mit einem eigenen Private-Label-Fonds selbstständig machen wollen. Das Haftungsdach fungiert dann, wie auch bei NFS Netfonds und dem FAfS, aufsichtsrechtlich als Rahmengeber. Darüber hinaus bietet das Haftungsdach auch extern betreute Fonds-Vermögensverwaltung an. Die Strategien stellt der Investment-Arm des Analysehauses Morningstar, Morningstar Investment Management, zusammen.
