Achim Wagner

Achim Wagner

„Auch in Spanien gibt es attraktive Unternehmen“

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DAS INVESTMENT.com: Euro-Krise, Griechenland-Tragödie: Höchste Zeit für Ihren Fonds, Short-Positionen aufzubauen?

Achim Wagner: Ganz im Gegenteil. Die Griechenland-Krise ist in den Aktienkursen schon eingepreist. Jetzt ist gerade der ideale Zeitpunkt, um Long-Positionen aufzubauen.

DAS INVESTMENT.com: Sie dürfen bis zu 60 Long- und bis zu 20 Short-Positionen im Portfolio halten. Wie sieht Ihre Aufteilung derzeit aus?

Wagner: Wir haben uns erst kürzlich von mehreren Short-Positionen getrennt, weil wir dort derzeit wenig Potenzial sehen. Unser Portfolio besteht aktuell aus nur zwei bis drei Short-Positionen. Bei den Long-Positionen bewegen wir uns mit 55 Titeln nahe an der Obergrenze. Denn trotz anderslautender Medienberichte glauben wir, dass wir uns in einer Korrektur des Bullenmarktes befinden, der im Frühjahr 2009 begann. Wir gehen davon aus, dass sich die makroökonomische Situation im Jahr 2012 spürbar verbessern wird.

DAS INVESTMENT.com: Und welche Länder und Sektorensind dabei besonders interessant?

Wagner: Wir versuchen, in jedem Sektor die besten Unternehmen zu finden, die aber gleichzeitig noch ausreichend Bewertungsspielraum nach oben aufweisen müssen. Zu unseren Favoriten gehören zyklische Sektoren wie die Chemiebranche sowie Autobauer und Flughafenbetreiber. Auch Technologie-Unternehmen sind derzeit angesichts der makroökonomischen Unsicherheit sehr günstig bewertet. Geografisch bewegen wir uns dieses Jahr hauptsächlich in Deutschland. Aber auch in Spanien gibt es attraktive Unternehmen, die einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland erzielen.

DAS INVESTMENT.com: Zum Beispiel?

Wagner: Viscofan aus Pamplona, ein Hersteller künstlicher Wursthüllen. Obwohl das Unternehmen seinen Hauptsitz in Spanien hat, sind seine größten Absatzmärkte China, Brasilien und die USA.

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