Bild: Westend61

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Auch mäßige Inflation frisst Rendite

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Der Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet kann zufrieden sein: Mit 1,3 Prozent im Jahresvergleich fällt die Teuerung in Deutschland im Oktober äußerst moderat aus. Doch wenn sich die Weltwirtschaft weiter erholt, könnten auch die Preise bald wieder kräftiger steigen. Schon jetzt liegt die Inflation in China auf einem 25-Monats-Hoch, in Russland und Brasilien steigt die Teuerungsrate. Und die expansive Geldpolitik der US-Notenbank könnte auch in den USA die Preise steigen lassen.  Bei einer Rendite von gerade noch 2,5 Prozent für 10-jährige deutsche Staatsanleihen bleibt schon bei moderater Inflation nicht viel. Real bleibt weniger als ein Prozent Rendite, wenn die aktuellen Inflationserwartungen von 1,7 Prozent in den kommenden Jahren zutreffen.

Möglichen Kaufkraftverlust absichern

Um ein Rentenportfolio gegen einen möglichen Kaufkraftverlust abzusichern, bieten sich inflationsgeschützte Anleihen an. Die auch als Realzinsanleihen bezeichneten Produkte bieten die Inflation plus X. Konkret heißt das: Die Anleihen sind geringer verzinst, dafür berechnet sich der Zins nicht auf der Grundlage des Nennwerts von 100, sondern auf dem Nennwert multipliziert mit der Inflationsrate. In der Eurozone ist das in der Regel der Harmonisierte Verbraucherpreisindex ex Tabak (HICP ex Tobacco). Nur Frankreich zieht zur Berechnung den landeseigenen Preisindex heran. Inflationserwartungen als Maßstab

Entscheidend für die Entwicklung von inflationsgeschützten Anleihen sind das Renditeniveau klassischer Staatsanleihen und Änderungen der Inflationserwartungen. Ob die Realzinsanleihen mehr oder weniger als klassische Staatsanleihen abwerfen, hängt dabei davon ab, ob sich die Inflationserwartungen erfüllen. Treffen sie genau ein, bringen beide Anleiheklassen gleich viel. Liegt die Inflation über dem erwarteten Niveau, fahren Anleger mit inflationsgeschützten Anleihen besser. Das war in den vergangenen zehn Jahren häufig der Fall. In sechs der zehn Jahre liefen inflationsgeschützte Anleihen besser als klassische Anleihen. Der Renditeaufschlag betrug dabei bis zu fast 4 Prozentpunkte.

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