Karsten Allesch (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Software für den Versicherungsvertrieb „Auch Makler können Kunden ein Amazon-Erlebnis vermitteln“

Symbol der Amazon-App auf einem Smartphone-Display
Symbol der Amazon-App auf einem Smartphone-Display: Ähnlich wie der Online-Händler können sich Makler als erste Anlaufstelle für ihre Kunden in Versicherungsfragen etablieren, erklärt DEMV-Chef Karsten Allesch. | Foto: Foto von Sagar Soneji von Pexels

Die Entwicklung der Branche zeigt, dass die Zahl der wirklich relevanten Maklerdienstleister geringer wird, deren Angebot dafür größer. Dies lässt sich auch in diversen anderen Bereichen des Alltags beobachten. Egal, ob Mobilitätsdienste wie Free Now, Handelsplattformen wie Amazon oder Hotelportale wie Trivago – überall gibt es digitale Full-Service-Anbieter für gebündelte Dienstleistungen.

Viele Experten prognostizieren diese Entwicklung derzeit auch für den Maklermarkt: Nur noch wenige Dienstleister, die ein voll umfassendes technisches Plattformangebot haben. Für Makler und Vermittler stellt sich dabei vor allem eine Frage: Ist diese Entwicklung für meine Kunden und mich gut oder schlecht?

Der große Umbruch ist bereits in vollem Gange

Welche Chancen und Risiken bringt dies mit sich? Dienstleister und deren Angebote sollen Antworten auf wichtige Fragen geben:
Wie können Versicherungsmakler den eigenen Kundenstamm sichern und ausbauen? Was erwartet der Kunde vom Makler? Welche Dienstleistung ist Augenwischerei?

Tatsächlich gibt es derzeit diverse Maklerdienstleister, Maklerverwaltungsprogramme oder Customer-Relationship-Management-Software. Das Angebot an technisch umfangreichen Plattformen am Markt ist allerdings überschaubar. Doch eines ist klar: Einen signifikanten Wettbewerbsvorteil erreichen Versicherungsmakler nicht im klassischen Kundenbeziehungsmanagement oder mit einer digitalen Ordnerablage.

Hinweise und eine kostenlose Checkliste zum Vergleich technischer Maklerplattformen erhalten Sie hier.

Orientierung an Amazon - hoher Service-Nutzen

Der Versicherungsmakler und sein Kunde befinden sich dabei im selben Boot. Beide genießen häufig kein technisch hochwertiges Erlebnis oder einen hohen Service-Nutzen, wie es im Alltag sonst der Fall ist. Erst wenn der Verwaltungsaufwand dank umfangreicher Automatisierungen drastisch sinkt, rücken die Kunden in den Fokus der Maklerarbeit. Technisch ausgereifte Plattformen digitalisieren die Arbeitsabläufe, indem diverse Tools miteinander interagieren und nicht nur lose via Schnittstelle verbunden sind.

So, wie Amazon und Co. neue Annehmlichkeiten gegenüber dem Erlebnis im stationären Handel gebracht haben, bieten qualitativ hochwertige 360-Grad-Plattformen für Makler und ihre Kunden deutliche Vorteile. Dabei können wir das zu großen Teilen digitalisierte und automatisierte Logistik-Warenlager von Amazon samt seiner Roboter und automatisierten Prozesse, durchaus mit der selbst pflegenden Kundenverwaltung vergleichen.

Das Zauberwort lautet Automatisierung

Das digitale Maklerbüro ist längst keine Zukunftsvision mehr. Dieser beispielhafte Prozess ist für manche Versicherungsmakler bereits Alltag: Die digitale Kundenakte wird dank Bipro-Norm automatisch mit Dokumenten gefüllt. Innerhalb des Beratungsprozesses unterschreiben Makler und Kunde die Verträge digital ohne zusätzliche manuelle Handgriffe.

Der angeschlossene Vergleichsrechner reicht nach Abschluss als „digitaler Assistent“, die Anträge automatisiert ein und kündigt die Vorversicherung. Sobald der Antrag policiert ist, tauchen die Vertragsdaten natürlich automatisch in der Kundenakte auf. Und der Kunde? Der erhält idealerweise Zugriff und Übersicht dank einer Kunden-App.

Und auch für die Beratung selbst kann man sich vieles bei Amazon abschauen. Damit Makler ihre Kunden erfolgreich zu Sparten und Produkten beraten können, ist Transparenz und Vertrauen wichtig. Bei Amazon gibt es das „digitale Schaufenster“ in Form von detaillierten Informationen zum Angebot, Vergleiche mit ähnlichen Produkten oder Rezensionen anderer Käufer.

Moderne Maklerplattform unterstützt Vertrieb

Umfangreiche 360-Grad-Plattformen ermöglichen dank intuitiver Oberflächen eine interaktive und unkomplizierte Beratung am Bildschirm. Integrierte Vergleichsrechner stellen Tarife übersichtlich gegenüber. Grafisch aufbereitete Detailinformationen zum einzelnen Produkt, Sternebewertungen und die fundierte Empfehlung des Maklers unterstützen die Entscheidungsfindung des Kunden.

Doch der wirkliche Game Changer für Versicherungsmakler liegt woanders. Das Geheimnis von Amazons Marktmacht? Annehmlichkeit! Der Gigant des Online-Handels ist nah am Kunden - und das wortwörtlich. Die App ist auf dem Smartphone und das Smartphone immer griffbereit in der Tasche. Amazon ist meist erste Wahl beim Kauf von Produkten! Der Kunde weiß: Vielleicht bekommt er nicht immer den besten Preis, aber in jedem Fall was er sucht, und das mit wenigen Klicks und sehr schnell geliefert.

Im Kopf des Kunden, wenn sich die Lage ändert

Das Bedürfnis nach Annehmlichkeit hat der Kunde auch bei Versicherungen. Deshalb wollen Versicherungs-Start-ups mit modernen Apps und schlanken Prozessen den Amazon-Status erreichen. Sie steigen damit zum ernsthaften Konkurrenten für Versicherungsmakler auf, deren Wettbewerbsvorteil in der Beratungsqualität sowie dem Zugang zu exklusiven Deckungskonzepten und Rabattrahmen liegt.

Karsten Allesch, DEMV

Dank einer modernen Maklerplattform und dem entsprechenden Full-Service-Angebot (zum Beispiel Kunden-App und so weiter) behält der Makler seine Wettbewerbsfähigkeit auch gegenüber Check24 oder Clark.

Kreieren Sie das „Amazon-Gefühl“ für Ihre Kunden. Bei Versicherungen sollen diese nur an Sie denken. Jedoch lehrt uns die Geschichte von Amazon auch, dass man sich der Plattform nicht mit Haut und Haaren hingeben darf. Behalten Sie die eigene Unabhängigkeit im Blick. Informieren Sie sich weiter zu den Möglichkeiten technischer Maklerplattformen und nutzen Sie eine kostenlose Checkliste für Ihre Recherche.


Über den Autor:

Karsten Allesch ist geschäftsführender Gesellschafter des Deutschen Maklerverbunds (DEMV) aus Hamburg.

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