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Berufsunfähigkeitsversicherung „Auch Stabilität ist in der BU-Versicherung wichtig“

Rollstuhlfahrer
Rollstuhlfahrer: Die Tarife für Berufsunfähigkeitsversicherungen sind leistungsstark wie nie, zeigt ein aktuelles Rating. Doch wie steht es um die Stabilität der Versicherer? | Foto: Steve Buissinne / Pixabay

Der rückläufige Trend im Neugeschäft mit Policen zur Absicherung der Arbeitskraft ist seit 2018 gestoppt. Auch für das vorige Geschäftsjahr meldet der Versichererverband GDV 3,8 Prozent mehr neue Invaliditätsversicherungen als 2019. Mit rund 451.000 Verträgen war 2020 jeder zehnte Neuvertrag eine selbstständige Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Im Bestand zählt der GDV knapp 5,23 Millionen selbstständige Invaliditätsversicherungen sowie weitere 11,6 Millionen Invaliditätszusatzversicherungen.

Rating Berufsunfähigkeitsversicherung

Analyse von 119 Tarifen; Stand: Oktober 2021 Quelle: Franke und Bornberg GmbH

Michael Franke, Franke und Bornberg

Doch das reicht Michael Franke noch nicht: „Die private Arbeitskraftabsicherung hält mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht Schritt. Bei 44,9 Millionen Erwerbstätigen sind 451.000 Neuverträge nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein“, sagt der Gründer und Geschäftsführer der Rating-Agentur Franke und Bornberg. „Neue Features wie Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit oder eine kundenfreundliche Teilzeitklausel reichen nicht, um den Markt erfolgreich zu bearbeiten. Die Branche muss endlich den Knoten durchhauen“, so der langjährige Marktbeobachter weiter.

BU-Stabilität höher gewichtet

Grundlegende Leistungsmerkmale der BU-Versicherung bewegten sich laut Franke schon lange auf hohem Niveau. Anbieter konkurrierten demnach vermehrt über die Prämie. Denn bereits Preisunterschiede im Cent-Bereich könnten darüber entscheiden, ob ein Tarif in Vergleichsportalen und -programmen einen vorderen Platz belege. Damit werde eine Abwärtsspirale beim Preis in Gang gesetzt, die sich negativ auf die Stabilität von Tarifen oder sogar ganzen Unternehmen auswirken könne. Sinkende Überschussbeteiligung zeigten die Richtung auf.

Rating SBU Direktversicherung

Analyse von 37 Tarifen; Stand: Oktober 2021 Quelle: Franke und Bornberg GmbH

Für Verbraucher sei der Preiswettbewerb also nur bedingt eine gute Nachricht. Denn bei Abschluss eines BU-Vertrages sind sie heute im Durchschnitt 28 Jahre alt. Bis zur Regelaltersrente liegen fast vier Jahrzehnte vor ihnen. Sie brauchen zur langfristigen Absicherung ihrer Arbeitskraft somit einen finanzstarken Anbieter, der seine Leistungsversprechen über Jahrzehnte halten kann. Daher berücksichtigen die Hannoveraner Analysten im BU-Rating 2021 stärker als bisher Kennzahlen, die auf zukünftige Stabilität hindeuten.

Verzicht auf Leistungsausschluss

Ebenso sei es laut Franke wichtig, dass ein Versicherer auf zusätzliche Leistungsausschlüsse verzichtet. Denn: Je weniger Voraussetzungen für den Anspruch gelten, desto transparenter und kundenfreundlicher sei der Schutz. Gleiches gilt für den Verzicht auf Meldefristen, Wartezeiten, Beschränkungen des Geltungsbereiches im Ausland oder sonstige unübliche Abweichungen. Das Rating belohnt einen Verzicht hierauf mit Zusatzpunkten. Neu hinzugekommen sind Pluspunkte, wenn ein Versicherer auf die Prüfung verzichtet, ob ein Kleinbetrieb umorganisiert wrden kann.

Das BU-Rating 2021 im Detail

Das Ergebnis der aktuellen Bewertungsrunde kann sich laut Franke sehen lassen: 42 Prozent der Tarife für eine Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) erreichen demnach die Höchstnote FFF+, die für hervorragende Qualität steht. „Noch nie waren BU-Tarife so leistungsstark. Die BU-Versicherung ist auf der Leistungsseite in Bestform“, kommentiert Franke die Verträge, die in 20 Kategorien mit insgesamt bis zu 73 Kriterien Wort für Wort analysiert wurden. Die Tarife der höheren Bewertungsklassen müssen in allen Kategorien durchgängig überdurchschnittlich abschneiden.

Rating für SBU-Direktversicherungen

Als neues Rating-Kriterium wurde die „Möglichkeit zur Anpassung an die Regelaltersgrenze GRV“ aufgenommen. Denn dann können Versicherte ohne erneute Gesundheitsprüfung die Laufzeit ihres Vertrages bis zur Regelaltersgrenze verlängern, falls diese angehoben werden sollte. Außerdem erstellt Franke und Bornberg ab sofort auch ein Rating für selbstständige BU-Direktversicherungen. Es unterscheidet sich inhaltlich in jenen Bewertungsaspekten, welche qua Gesetz bei der betrieblichen SBU nicht erlaubt sind. Dies sind zum Beispiel zusätzliche Kapitalleistungen.

Nachhaltigkeit in der BU-Versicherung

Bei den zukünftigen BU-Ratings will Franke auch Nachhaltigkeitsaspekte einfließen lassen. Doch: „Bislang ist das Angebot leider noch sehr klein.“ Zunächst sei entscheidend, dass 2022 der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung auf 0,25 Prozent sinkt. Das wird auch Einfluss auf die Tarifkalkulation der Gesellschaften haben, erwartet Franke. „Viele Vermittler nehmen die Senkung des Rechnungszinses zum Anlass, Lücken im Versicherungsschutz ihrer Mandanten noch in diesem Jahr zu schließen. Für sie kommt unser aktuelles Rating gerade zur rechten Zeit.“

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