Alexis Tsipras, Führer der oppositionellen Syriza-Partei, fordert eine Abkehr vom Sparkurs. (Foto: ANGELOS TZORTZINIS/AFP/Getty Images)

Alexis Tsipras, Führer der oppositionellen Syriza-Partei, fordert eine Abkehr vom Sparkurs. (Foto: ANGELOS TZORTZINIS/AFP/Getty Images)

Auf dem absteigenden Ast

Sorgen um Griechenland: Europas Börsen brechen ein

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Die Börsen in Europa sind am Montagnachmittag unter Druck geraten und haben ihre Anfangsverluste deutlich ausgeweitet. Für Unsicherheit sorgten die Entwicklung in Griechenland im Vorfeld der Parlamentswahlen am 25. Januar. Auch die US-Märkte tendierten im frühen Geschäft leichter.

Ein Sieg der oppositionellen Syriza könnte zu Verwerfungen führen, da die griechische Partei eine Abkehr vom Sparkurs gefordert und einen erneuten Schuldenschnitt ins Gespräch gebracht hatte. Zudem hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel” berichtet, die Koalitionsregierung in Berlin halte einen Euro-Austritt Griechenlands inzwischen für verkraftbar, was die Sorgen vor einem Auseinanderbrechen des Währungsraums anheizte. „Auch wenn laut Medienberichten die Bundesregierung die Risiken eine griechischen Austritts aus dem Euro für begrenzt hält, führen die Spekulationen um einen potenziellen Dominoeffekt dennoch zu einer Zurückhaltung am Markt”, erklärte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets die deutlichen Abgaben in einem Marktkommentar.

Die vorläufigen Verbraucherpreise aus Deutschland für Dezember zeugten einmal mehr von der geringen Inflation im Euroraum. Mit 0,1 Prozent Zuwachs auf Monats- wie auf Jahresbasis blieben sie hinter den jeweils erwarteten 0,2 Prozent zurück und verzeichneten die geringste Dynamik seit 2009. „Vor diesem Hintergrund setzt sich die Diskussion über zusätzliche EZB-Lockerungsmaßnahmen fort”, schrieb Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba in einem Kurzkommentar.

Der EuroStoxx 50 gab um 2,8 Prozent auf 3052 Punkte ab, während der marktbreite Stoxx 600 mit 335,70 Zählern 1,7 Prozent verlor. Schwächster Sektor waren angesichts des weiter sinkenden Ölpreises die Energietitel mit vier Prozent Abschlag. Eine Abstufung auf „Neutral” durch JPMorgan sorgte bei Sanofi SA für 3,1 Prozent Abschlag. Ansonsten waren die defensiven Pharmawerte mit 0,4 Prozent Plus aber gefragt.

Der Dax sank um 2,4 Prozent auf 9534 Punkte. Verluste erlitten die Aktien der Bayerische Motoren Werke AG mit 3,2 Prozent Minus. Der Autohersteller wird seinen Händlern am chinesischen Markt eine Summe von knapp 700 Mio. Euro zur Deckung ihrer Verluste zahlen. Eine Abstufung auf „Underperform” ließ die Titel der Lanxess AG um 6,7 Prozent abbröckeln. Die Aktien der Adidas AG büßten 2,5 Prozent ein. Der Sportartikelhersteller war von BofAML auf einer Liste von 10 EMEA-Investmentideen für 2015 mit „Underperform” gebrandmarkt worden.

Die Anteile der Deutsche Börse AG zogen um dagegen um 0,5 Prozent an. Der Börsenbetreiber hatte von gestiegenen Handelsumsätzen für Dezember berichtet. Die Analysten der Equinet Bank bezeichneten die Zahlen als gutes Vorzeichen für die Ergebnisse des vierten Quartals.

Der Schweizer SMI lag 0,2 Prozent im Minus bei 8967 Zählern. Gewinne bei den Schwergewichten im Index bremsten die Abwärtstendenz. Titel der Novartis AG gewannen 1,4 Prozent, nachdem die Analysten von JPMorgan sie als einen der Top Picks bezeichnet hatten. Die Erhöhung des Kursziels auf 125 Franken durch die US-Bank sorgte bei Actelion Ltd. für 2,1 Prozent Aufschlag. Dagegen sanken die Anteile von SGS SA um ein Prozent, nachdem das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen hatte. Die Aktie des Ölplattformanbieters Transocean Ltd. sackte 6,4 Prozent ab.

Auch an den US-Märkten schwächelten die Titel aus dem Ölsektor. So verloren die Aktien des Ölfeldbetreibers Denbury Resources Inc. 6,6 Prozent. Eine Abstufung auf „Untergewichten” durch JPMorgan verbilligte die Titel von Caterpillar Inc. um 3,3 Prozent. Dagegen profitierten die Anteile von Merck & Co Inc. von der Hochstufung auf „Outperform” durch Sanford Bernstein und zogen um 0,8 Prozent an. Der Dow Jones Index verlor ein Prozent auf 17.646 Punkte, der S&P 500 gab um 1,1 Prozent auf 2034 Zähler nach.

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