Auf die Gewinner setzen

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(Quelle: DAS INVESTMENT) Die meisten aktiv gemanagten Fonds schlagen ihren Marktindex nicht - diese oder ähnliche Behauptungen sind immer wieder zu lesen. Sie dienen vor allem als Verkaufsargument für Indexfonds: Wenn ein Großteil der Manager ohnehin schlechter als der Markt ist, könne man auch gleich einen kostengünstigeren Fonds wählen, der einfach nur den Markt abbildet. Gerade in effizienten Märkten, also in Märkten, die weit entwickelt und sehr transparent für Investoren sind, gilt es als schwer, eine Outperformance gegenüber dem Markt zu erzielen. Aber auch in diesen Märkten lohnt Stockpicking. Denn mit einer erfolgreichen Einzeltitelauswahl ist der Markt sehr wohl zu schlagen, wie eine aktuelle Auswertung von Fidelity zeigt. Seit dem Frühjahr 2003 geht es an den Aktienmärkten weltweit wieder bergauf. Da entsteht schnell der Eindruck, dass es fast egal ist, welche Aktien man kauft, da alle nur eine Richtung kennen: nach oben. Doch weit gefehlt. Fidelity hat analysiert, wie sich die Werte der Unternehmen im deutschen Aktienindex Dax von Ende April 2003 bis Ende April 2008 entwickelt haben. "Die Gesellschaften weisen beim Wachstumstempo einen enormen Unterschied auf", kommentiert Alexandra Hartmann, die den Deutschland-Fonds Fidelity Germany Fund managt. Der Unternehmenswert drückt sich in der Marktkapitalisierung aus. Diese errechnet sich aus Aktienkurs mal Anzahl der Aktien. Steigt der Aktienkurs, steigt die Marktkapitalisierung und umgekehrt. Fünf Unternehmen konnten ihren Wert in dem betrachteten Fünf-Jahres-Zeitraum mehr als verdreifachen. So legte als Spitzenreiter die Aktie der Deutschen Börse in fünf Jahren um 290,2 Prozent zu.  Lag die Marktkapitalisierung des Unternehmens 2003 noch bei knapp 4,7 Milliarden Euro, war Börsenbetreiber 2008 schon mehr als 18 Milliarden Euro wert.  Auch MAN, Allianz, Bayer und Linde knackten die 200-Prozent-Marke. Doch es gab auch Verlierer. Fünf der 27 Unternehmen, die während des gesamten Zeitraums im 30 Aktien umfassenden Index notiert waren, sackten ins Minus. Schlusslichter sind BMW mit einem Wertverlust von 39,8 Prozent und Deutsche Telekom mit minus 37,6 Prozent. Der 2003 noch rund 50 Milliarden schwere Telekommunikationskonzern war damals der wertvollste Dax-Titel, heute liegt die Volksaktie nur noch im Mittelfeld. Ein weiteres Ergebnis der Fidelity-Auswertung: Es nützt nichts, einfach nur auf aussichtsreiche Branchen zu setzen. Auch Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsfeldern legten ein sehr unterschiedliches Wachstumstempo vor. Beispiel Automobil: Volkswagen stieg um 158,8 Prozent im Wert, Daimler um 52,7, und BMW verlor 39,8 Prozent seiner Marktkapitalisierung. Fazit: Fondsmanager, die losgelöst vom Index agieren dürfen und die Unternehmen einer fundierten Analyse unterziehen, können über erfolgreiches Stockpicking durchaus einen Mehrwert für ihre Anleger erzielen. Auch in so effizienten Märkten wie dem deutschen.