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Auf die Rohstoffe dieser Welt setzen

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Die Anlageklasse Rohstoffe unterscheidet sich wesentlich von der Anlageklasse Aktien. Wichtig für Anleger ist dabei, dass sie den Unterschied zu einem Aktienindex kennen: Einen Aktienindex wie den Dow Jones Industrial Average, den Dow Jones Euro Stoxx 50 oder den Nikkei 225 könnten Anleger theoretisch selbst nachbilden, indem sie die im Index enthaltenen Aktien in der entsprechenden Gewichtung erwerben und bis zum Verkauf in einem entsprechenden Depot verwahren.    Ein Investment in Rohstoffe hingegen ist weitaus komplizierter. Mit Ausnahme einiger Edelmetalle können Anleger einen Rohstoff nicht einfach physisch erwerben und bis zum Verkauf verwahren. Schon allein die Kosten für Lagerung und Transport wären unverhältnismäßig hoch. Überdies erfordert die Verderblichkeit der landwirtschaftlichen und viehwirtschaftlichen Rohstoffe entweder kurze Umschlagszeiten oder aber aufwendige Kühlsysteme. Im Unterschied zum Aktienerwerb wäre der direkte Handel mit Rohstoffen für den Anleger also höchst kompliziert und daher unwirtschaftlich.   Exkurs: Futures Um dennoch in Rohstoffe investieren zu können, kaufen institutionelle Anleger anstelle eines Rohstoffs die entsprechenden Futureskontrakte. Gold könnte man zwar noch einlagern, bei Rohöl wird es aber schon problematisch und bei Lebendrind absurd. Deshalb bezieht sich ein Rohstoffindex wie der S&P GSCI auf Futureskontrakte.   Ein Future ist ein von einer Terminbörse ausgegebener Forwardkontrakt mit standardisierten Bedingungen. Der Verkäufer eines Rohstofffutures verpflichtet sich zur Lieferung eines Rohstoffs zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft (daher Future), der Käufer verpflichtet sich, zu eben diesem Zeitpunkt den vereinbarten Kaufpreis (den Futurekurs) zu zahlen.  Ein Anleger, der in Rohstofffutures investiert, um den Rohstoffmarkt zur Geldanlage zu nutzen, wird in jedem Fall die physische Lieferung von Rohstoffen vermeiden wollen. Da aber jeder Futureskontrakt einen feststehenden Fälligkeitstermin hat, muss der Anleger seine Position auflösen, bevor dieser Termin verstreicht. Will er weiterhin in Rohstoffen investiert sein, muss er den Erlös aus diesem Verkauf in einer Futuresposition mit einem späteren Fälligkeitstermin wieder anlegen. Dieser Vorgang, der sich vor jedem Fälligkeitstermin wiederholt, wird Rollen genannt.  „Contango“ und „Backwardation“ Für das Rollen aus einem demnächst auslaufenden Future in einen länger laufenden Kontrakt gibt es zwei unterschiedliche Konstellationen, die mit den Begriffen „Contango“ (= Aufschlag) und „Backwardation“ (= Abschlag) bezeichnet werden. Mit Contango wird eine Situation beschrieben, in welcher der Kurs eines Futureskontrakts umso höher ist, je länger seine Laufzeit ist. Dagegen ist ein in Backwardation notierender Markt dadurch gekennzeichnet, dass die länger laufenden Futureskontrakte billiger sind als die kürzer laufenden. Der S&P GSCI Mit einem Rohstoffindex wird generell das wirtschaftliche Ergebnis einer Anlage in Rohstoffen abgebildet. Goldman Sachs hat im Jahr 1991 den Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) vorgestellt. Dieser Index wurde Anfang Februar 2007 von der renommierten Ratingagentur Standard & Poor’s übernommen und in S&P GSCI Commodity Index umbenannt. Alle Funktionen des vormaligen GSCI sind auf den S&P GSCI übergegangen, der ebenfalls von einer Reihe von Subindizes ergänzt wird.    Der übergreifende S&P GSCI-Gesamtindex enthält Futureskontrakte auf derzeit 24 liquide handelbare Rohstoffe aus den Bereichen Energie, Industriemetalle, Edelmetalle, Landwirtschaft und Viehwirtschaft. Die S&P GSCI-Subindizes bilden einzelne Rohstoffgruppen oder unterschie dliche Kombinationen von Rohstoffgruppen ab. Für jeden S&P GSCI-Index wur de eine lange Historie zurückberechnet, wobei der Indexwert zum Jahreswechsel 1969/1970 mit genau 100 Punkten fixiert wurde. Der Rohstoff-Radar von Goldman Sachs: Die wichtigen Rohstoffe "auf dem Radar" wöchentlich per E-Mail >> kostenlos abonnieren