Auf geht's: Bernanke nimmt Fuß vom Gas

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Die Federal Reserve wird ihre monatlichen Anleihekäufe im Volumen von bislang 85 Milliarden Dollar ab Januar auf 75 Milliarden Dollar senken. Das gab die US-Notenbank am Mittwochabend nach ihrem zweitägigen Treffen in Washington bekannt.

Den Angaben zufolge werden die monatlichen Aufkäufe von Hypotheken-Papieren auf 35 Milliarden Dollar und die von Treasuries auf 40 Milliarden Dollar schrumpfen. Den Leitzins beließ die Fed zwischen 0 und 0,25 Prozent. Die Notenbank sprach von einer sich bessernden Lage auf dem Arbeitsmarkt.

„Angesichts der zusammengenommenen Fortschritte Richtung maximaler Beschäftigung und der Verbesserung des Ausblicks für die Arbeitsmarktbedingungen hat der Ausschuss entschieden, das Tempo seiner Asset-Aufkäufe moderat zu senken“, erklärte der zuständige Offenmarktausschuss.

Die Fed wiederholte am Mittwoch ihre Zusicherung, den Leitzins wahrscheinlich mindestens so lange nahe null halten zu wollen, wie die Arbeitslosigkeit über der Marke von 6,5 Prozent liegt und der Ausblick für die Inflationsentwicklung nicht auf über 2,5 Prozent anzieht.

Eric Rosengren, Chef der regionalen Fed von Boston, wich mit Blick auf den Rückbau der Anleihekäufe von der Meinung des Gremiums ab. Er nannte Veränderungen beim Bonds-Aufkauf-Programm „verfrüht, solange eingehende Daten nicht deutlicher zeigen, dass das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich oberhalb seiner Potenzialrate aufrechterhalten werden kann.“

Die Arbeitslosenquote war im November auf sieben Prozent gefallen. Es handelte sich um das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Arbeitgeber hatten die Anzahl der Beschäftigten in dem Monat um 203.000 ausgedehnt - mehr als vorab vom Markt erwartet. Im Oktober 2009, während der Rezession, waren noch zehn Prozent der Amerikaner ohne Arbeit. Und im Mai 2007, vor der Finanzkrise, lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Angesichts der zuletzt äußerst lockeren Geldpolitik der Federal Reserve hatten US-Aktien stark an Wert gewonnen. Der Standard & Poor’s 500 Index konnte im bisherigen Jahresverlauf bis Dienstag um 25 Prozent zulegen.

Händler hatten sich nach der längsten Rally bei Aktien in diesem Jahrzehnt zuletzt verstärkt gegen Verluste abgesichert, angesichts der anstehenden Entscheidung der Notenbank zu ihrer lockeren Geldpolitik, die als Treiber am Aktienmarkt gilt. Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX) war bis Mittwoch an 14 der vorangegangenen 16 Handelstage gestiegen - das war das erste Mal in der Geschichte, dass es zu einer solchen Rally kam. Das belegen Daten, die von Bloomberg News zusammengestellt wurden.

Der VIX-Index bewegt sich in etwa 80 Prozent der Zeit entgegengesetzt zum amerikanischen Aktien-Leitbarometer Standard & Poor’s 500 Index.