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Ölförderanlage von Pennzenergy im Golf von Mexico: Der Preis des schwarzen Goldes ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. | © Getty Images

Auf Schatzsuche Darum lohnen sich Bodenschätze im Portfolio

Sie nennen es kaufen und verkaufen, da unten in der La Salle Street. Aber es sind nichts anderes als Wetten. Wetten auf die Situation des Markts in Wochen oder gar Monaten. Du wettest, der Weizenpreis steigt. Ich wette, er fällt. Die Leute in der Pit besitzen den Weizen gar nicht, sie haben ihn nie gesehen. Sie wüssten auch gar nichts damit anzufangen, wenn sie ihn hätten. Er interessiert sie überhaupt nicht.“

Frank Norris’ Roman „Die Getreidebörse“ (Original: „The Pit: A Story of Chicago“) aus dem Jahr 1903 gibt einen unterhaltsamen Einblick in die Anfänge des Börsenhandels von Rohstoffen. La Salle Street ist Chicagos Finanzdistrikt und Heimat der weltweit ältesten Warenterminbörse, des 1848 eröffneten Chicago Board of Trade (CBOT). Die Pits sind die Räume für den Parketthandel. Erst vor vier Jahren wurden die Rohstoff-Pits in Chicago geschlossen. Allerdings wurden sie auch schon in den Jahren davor kaum noch genutzt. Kollege Computer hat längst übernommen.

Heute wird eine Vielzahl von Rohstoffen, ob nun Metalle, Energie- oder Agrarrohstoffe, an Terminbörsen auf der ganzen Welt gehandelt. Über Futures (Termingeschäfte) erwerben die Käufer das Recht, eine bestimmte Menge eines Rohstoffs zu einem festgelegten Zeitpunkt – zum Beispiel bei einem Drei-Monats-Future in drei Monaten – zu einem festgelegten Preis zu erhalten. Die meisten Futures-Käufer wollen die Ware jedoch gar nicht haben, sondern nur auf den Preis spekulieren. Daher wird der Kontrakt gerollt, also kurz vor Ablauf verkauft und ein neuer gekauft.


Privatanleger haben keinen direkten Zugang zu diesen Märkten. Dennoch können sie Rohstoffe ihrem Portfolio beimischen. Während des großen Rohstoff-Booms vor der Finanzkrise, aber auch noch in den Jahren danach wurden viele Privatanleger-Produkte entwickelt. Dazu zählen Rohstoff-Fonds, die über Finanzderivate auf die Preisentwicklung von Rohstoffen setzen, sowie Rohstoffaktienfonds, die Aktien von Rohstoffunternehmen kaufen.

In der 2000ern ließ Chinas unbändiger Rohstoff-Hunger die Preise nach oben schnellen – und die Rohstoffproduzenten kräftig in neue Projekte investieren. Dann kam die Finanzkrise. Der breite Bloomberg Commodity Index verlor 2008 – damals noch unter dem Namen Dow Jones-AIG Commodity Index – in nur fünf Monaten, was er in den vorangegangenen fünf Jahren gewonnen hatte. Zwar hatte sich der Rohstoffmarkt bis ins Jahr 2011 hinein wieder etwas erholt, danach setzte aber erneut ein, allerdings gemäßigterer, Abwärtstrend ein. Von einem Rohstoff-Boom spricht seit 2008 keiner mehr, ein Investment kann dennoch interessant sein.

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